SV Josko Ried – SK Puntigamer Sturm Graz 2:1 (1:0) 20.04.2011 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Saison 10/11
Geschrieben von: Sascha   

SAMSUNG CUP (ÖFB-Pokal)
Stadion: Keine-Sorgen-Arena Ried
Zuschauer: 3.300

Nach dem Schnaps-Exzess mit Basti und Konsorten am Vorabend im „Bayerischen Hof“ in Burghausen stand ich glücklicher Weise ohne dickes Schädelbrummen gegen 7 Uhr morgens auf. Naja, eigentlich wurde ich von der Flimmerkiste geweckt, die ich wohl Nachts noch auf Betrieb gestellt hatte. Als erstes ging's ins Bad unter die Dusche. Beim Zähneputzen wurde ich kurz von der polnischen Putzfrau begrüßt, die aber mit leicht geröteten Kopf wieder eine Kehrtwende machte. Danach suchte ich den Rest der Reisegruppe auf. André, Micha, Simpson und Jens hatten ihre Gemächer im Untergeschoß, daß man nur über den Hof erreichen konnte. Die vier saßen bereits draußen.

Nachdem André beim SV Ried für uns fünf Sitzplatzkarten hinterlegen ließ, machten wir uns auf den Weg in die Altstadt von Burghausen um den Tag mit einem reichhaltigen Frühstück zu beginnen welches wir im „Bayerischen Hof“ zu uns nahmen. Das „Augustiner“ sollte von uns wegen der pampigen Bedienung vom Vorabend („Ich hab' auch noch andere Gäste“) nicht frequentiert werden. Frisch gestärkt steuerten wir Österreich an, das nur einen Steinwurf vom „Bayerischen Hof“ entfernt war. Unser erstes Ziel in der Alpenrepublik sollte das Örtchen Fucking sein zwecks Ortsschildfotografie. Ein „Fucking Hell“ war hier aber wie vermutet nicht zu erwerben, da dieses Pilsener im Schwarzwald gebraut wird. Wir schlängelten uns durch enge, kurvenreiche Landstraßen weiter nach Ried im Innkreis. André war es dann auch der die Frage stellte, was sie denn beim SVR so singen könnten: „Ried im Innkreis“? Die Auflösung folgt später.

 

 

Da wir noch massig Zeit hatten suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen zwecks Getränkeaufnahme. Im „Stamperl“ wurden wir dann auch fündig. Bei herrlichen Sonnenschein und angenehmen Temperaturen nahmen wir unsere Plätze an der Außentheke ein. Durch mein zünftiges „Moin, Moin“ war hier auch allen schnell klar, daß wir aus Deutschland kommen. Wir kamen mit den anderen Gästen schnell ins Gespräch, die aber ganz verdutzt guckten, als wir ihnen unser Vorhaben schilderten. Hier konnte keiner verstehen, daß fünf Deutsche aus dem hohen Norden wegen einer Pokalpartie in Österreich verweilen. Das „Stamperl“ füllte sich langsam mit weiteren Gästen. Wir kamen mit einem gewissen Flo ins Gespräch. Kurz darauf erschien noch sein Kumpel Chris. Beide gehören der Rieder Ultras-Szene Namens „Supras“ an. Nach einiger Zeit schlugen die beiden uns vor mit ihnen ins Stadion zu gehen. Wir nahmen das Angebot dankend an, hatten dabei aber ein leicht flaues Gefühl in der Magengegend, da die beiden eher zu den erlebnisorientierten Fußballfans zählen. Sie entpuppten sich aber als wahrer Glücksgriff, wir waren gut bei ihnen aufgehoben. Nach einem kurzen Zwischenstopp in deren Stammkneipe, wo sich uns ein weiterer Rieder Namens Bergamo anschloß, erreichten wir schließlich die Keine-Sorgen-Arena. Hier lief aber alles kreuz und quer durcheinander, von Fangruppentrennung keine Spur. Flo erklärte uns dann auch, daß die Cops in Österreich eine andere Politik verfolgen. Hier warten man angeblich auf Ausschreitungen um dann richtig zugreifen zu können.

Am Kassenhäuschen organisierte Flo uns vergünstigte Studententickets, die Einlaßkontrolle verlief unproblematisch. Das Stadion selbst ist eine reine Fußballarena, vollüberdacht und hat eine Kapazität von 7.300 Zuschauern. Ein kleines Schmuckkästchen.

Als erstes viel uns „Wind of Change“ auf, der seit ca. 20 Jahren mit Wikingerhelm den Spielen des SVR beiwohnt und zu einen der Einheizer im Fanblock zählt. Flo stellte uns seine restlichen Kamaraden vor, mit denen wir schnell ins Gespräch kamen und die eine oder andere Fußballanekdote austauschten. Vorab meinte Flo, daß der österreichische Pokal nicht so zieht und wir heute nicht allzuviel von der Stimmung erwarten sollten. Wir waren aber positiv überrascht was hier nach kurzer Zeit bei einer eher geringen Zahl an Zuschauern für ein Rabatz herrschte, eine Choreo wurde uns allerdings nicht geboten.

Der bei uns eher unbekannte deutsche Torhüter Thomas Gebauer wurde von seinem SVR-Anhang mit „Deutscher, Deutscher“ begrüßt. Neben „Wir holen beide: Pokal und Scheibe“ sowie „...und wir holen den U-U-EFA-Cup und wir werden deutscher(!) Meister“ folgte auch ein „Schalalalalalalala, SV Ried im Innkreis“. Mit einem verschmitzen Lächeln im Gesicht stimmte unsere Wagenbesatzung freudig mit ein. Herr Hoppmann kann tatsächlich Fangesänge vorhersagen. Guter Mann.

Bei einer kampfbetonten Partie beherrschten die Innviertler die Gäste aus der Steiermark und konnten in der 17. Minute das erste Tor für sich verzeichnen. Markus Hammerer konnte sich gegen Thomas Burgstaller auf der rechten Außenbahn durchsetzten und spielte die Kugel in die Mitte weiter auf Anel Hadzic. Hadzic gab weiter nach links auf den heranstürmenden Daniel Royer, der mit einem schönen Volley Sturm-Schlußmann Christian Gratzei bezwang. Nach 25 Minuten die zweite Tormöglichkeit für Ried, Hadzic konnte aber aus spitzem Winkel nicht verwandeln. Eine verunglückte Kopfballrückgabe von Burgstaller auf Gratzei verschoß Hammerer in der 30. Minute überhastet daneben. Fünf Minuten vor der Halbzeit dann nochmal große Aufregung als Sturms Mevoungou Hadzic im Strafraum zu Fall brachte. Der Elfmeterpfiff blieb allerdings aus.

In der zweiten Hälfte wurde Graz etwas stärker und sorgte in der 50. Minute durch Burgstallers Kopfball nach einer Ecke sowie in der 55. Minute durch Szabics Schuß über die Querlatte für Gefahr. In der Folgezeit konnte Gebauer sich auszeichnen als er einen erneuten Kopfball von Burgstaller aus dem Eckkreuz holte. Christian Gratzei auf Grazer Seite konnte dann wiederum nach einem Eckball den Schuß von Martin Stocklasa aus kurzer Distanz entschärfen (70.).

Sturm warf jetzt alles nach vorn, Ried verlagerte sich zusehends auf Konter. Einen dieser schnellen Konter verwandelte schließlich Hadzic in der Nachspielzeit (94.). Mark Prettenthalers Eigentor in der Folgeminute ging im Freudentaummel des Rieder Blocks vollkommen unter.

Nach dem Spiel verschlug es uns nochmal in eine weitere Stammkneipe der Supras. Beim Feiern stieß einer von ihnen unglücklicherweise ein Glas vom Tisch, was gleich die Aufmerksamkeit der Kellnerin erwarb. Ihre Bemühung das Glas ersetzt zu bekommen blieb allerdings unbeachtet und es flogen nun reihenweise Gläser auf den Boden. Wir ernteten Sympathien als wir das ein oder andere Rieder Lied anstimmten. Als Dankeschön folgte von Rieder Seite dann ein „Scheiß Hannover“. Diese Prozedur wiederholte sich einige Male und wir fühlten uns pudelwohl, fast wie zu Haus.

Aber irgendwann kam die Zeit zu gehen und wir versprachen uns gegenseitig in Kontakt zu bleiben. Ein weiter Besuch einer Partie von Ried ist bei uns allen schon fest eingeplant.

Die Fahrt nach Braunschweig erledigte ich dann im Schlaf und Simpson setzte mich gegen fünf Uhr morgens wieder in der Heimat ab.

Als Fazit ist hier zu nennen, das wir durch das 0:0-Gegurke vom Vortag angemessen entschädigt wurden. War eine geile Tour.

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