Gastbericht: Bon Jovi - The Circle Tour 22.07.2011 PDF E-Mail
Berichte
Geschrieben von: Björn (Society Braunschweig)   

Konzert
Stadion: Ernst-Happel-Stadion - Wien
Zuschauer: 54.000

Heute mal ein Konzertbericht der in den doch eher metalorientierten Stil der bisherigen Schreiber nicht so ganz reinpasst…

Im November letzten Jahres stand eine Hopping-Tour in die österreichische Haupstadt auf dem Programm. Auf dieser fielen mir die Konzertplakate von Bon Jovi auf. Da ich die Jungs immer schonmal live sehen wollte und die Bibi einen Besuch in Wien auch schon etwas länger auf der Agenda hat, schlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe und legte die Tickets einen guten Monat später unter den Weihnachtsbaum.

Am Donnerstag den 21.07. reisten wir an, am folgenden Tag stand das Konzert an.

Zunächst hatten wir aber noch ein kleines Problem zu lösen. Wir wollten tagsüber bei bestem Wetter den Wiener Prater unsicher machen um dann, bevor wir zum Stadion fuhren, die Karten und nen Pulli aus dem Hotel holen. Was an sich kein Thema ist, denn zu Fuss lagen lediglich 10 Minuten zwischen Riesenrad und Ibis-Hotel. Gegen 15 Uhr fing es dann an in Strömen zu regnen, was unsere Pläne zunächst über den Haufen warf, denn bereits ein kleiner Sprint über 15 Meter zur nächsten überdachten Wirtschaft machte uns klitschnass. Wir bestellten also erstmal zwei Helle und warteten ab, was denn nun folgen sollte. Gegen halb 5 ließ der Regen etwas nach, wir machten uns auf den Weg zum Hotel, holten die Tickets und kurz drauf gings per U-Bahn zum Ernst-Happel-Stadion, dass wir gegen halb 7 erreichten.

Sehr amüsant, standen doch vor der U-Bahn-Haltestelle mehrere sogenannte „Volunteers“ mit großen Schildern, die den Weg „Zum Konzert“ kennzeichneten. Das Stadion war aber schon von weither unübersehbar, wo sollte das Spektaktel denn sonst stattfinden??

Ansonsten tummelten sich die Leute, unter denen Bibi und ich erwartungsgemäß eher zur jüngeren Generation gehörten, an den Bierbuden, die Wiener Boulevardblätter versuchten sich mit Berichten über die Band und über die Setlist gegenseitig zu überbieten, uns juckte es nicht weiter, wir wollten ins Stadion, da von drinnen schon die erste Vorband zu vernehmen war.

Ohne große Wartezeiten gelangten wir zu unseren Plätzen auf der Tribüne, mittig gegenüber der Bühne. Hinter der Bühne war eine riesige halbrunde ca 30 Meter lange und 20 Meter hohe Leinwand aufgebaut, links und rechts davon noch zwei kleinere Leinwände, die bei den Vorbands aber alle drei noch dunkel waren. Vor der Bühne war im Halbkreis um den Diamond Ring (Bei schlappen 450 Euro soll hier der Kurs für ein Ticket liegen, dafür gabs Getränke für Lau, Tour-Shirt und Chance auf nen Backstagebesuch) noch ein Steg aufgebaut.

Stichwort Vorbands: „Tyler“ und „The Breakers“ hießen sie, die mit gutem, bodenständigem Rock zu gefallen wussten, nur der Sänger der Breakers, Toke Nisted, ging einem irgendwann etwas auf den Zunder, weil er nach jedem Lied erzählen musste, dass das neue Album ab sofort draussen ist. Aber okay, beide Vorbands dennoch absolut vorzeigbar!

Als die Breakers um kurz vor 8 die Bühne verliessen, holte ich mir noch fix ein Helles, man will ja nicht verdursten, und keine Sekunde zu früh wie sich herausstellte. Denn um Punkt 20 Uhr enterten die 4 Jungs aus New Jersey die Bühne und drehten mit „Raise your hands“ schon zu Beginn voll auf, und brachten anschließend das mit 54.000 Zuschauer gefüllte altehrwürdige Ernst-Happel-Stadion mit „You give love a bad name“ zum Kochen. Absolut genial!

Was folgte war ein Kracher nach dem Anderen aus der knapp 30-jährigen Bandgeschichte, bevor dann zwischendurch auch Jon´s Coverqualitäten zum Vorschein kamen, zunächst „Wild Thing“ im Duett im Richie Sambora, der diesen Abend das erste Mal nach 13 durch eine Reha verpasste Konzerte wieder am Start war, anschließend „Old Time Rock´N`Roll“. Besonders beeindruckend wie Jon, nachdem er bei den Liedern jeden Zentimeter der Bühne bearbeitet hatte, plötzlich ohne jegliche Pause, das Mikro nahm und auf dem Rundlauf, also quasi inmitten der tobenden Menge Leonard Cohens „Halleluja“ unplugged zum Besten gab. Gänsehaut pur.

Nach gut 2 Stunden verliess die Band mit einem knappen „Thank you, Vienna, good night!“ das Rampenlicht und man soll es nicht glauben, hinter uns sind wirklich 2 Leute aufgestanden und gegangen! Ich würde jetzt sagen „Typisch Österreicher“, ich hatte so ein Phänomen aber schonmal bei den Hosen in der VW-Halle erlebt, von daher scheint das wohl öfters zu passieren. Okay, jetzt weiß ich natürlich nicht, was für einen Reisepass die Experten damals in der Tasche hatten…

Nach weniger als 5 Minuten Unterbrechung war das Licht aber auch schon wieder aus und weiter gings. Noch während der Zugabe verliess ein weiteres Mädel unseren Block, dies schien aber aufgrund der gebeugten Haltung und der Begleitung zweier Jungs in orangenen Westen nen anderen Grund gehabt zu haben.

Als sich die Band nach „Livin on a prayer“ ein zweites Mal verabschiedete, blieb diesmal um uns rum alles auf den Plätzen, zurecht wie sich herausstellte, denn Schluss war immer noch nicht, nach „Wild is the wind“ kam dann mit „Always“ das absolute Highlight des Abends. Als Absacker wurde anschließend noch „These Days“ präsentiert und um Punkt 23 Uhr, also nach exakt 3 Stunden, kam der letzte Ton aus dem Boxen.

Ein absolutes Wahnsinnskonzert war zu Ende, die Bibi und ich waren total begeistert und traten kurz darauf den Weg gen City an, natürlich nicht ohne noch ein Tour-Shirt zu erstehen. Einziger Wermutstropfen: Das vorher in allen Tageszeitungen groß angepriesene „Bed of Roses unplugged“ wurde uns leider vorenthalten.

Da Bon Jovi bekannt dafür ist, auf keinem Konzert die gleiche Setlist zu spielen, kann sowas leider mal passieren, laut Stadionzeitung haben die Jungs für die Tour 97 Songs einstudiert, aber ich denke mal da dies mit Sicherheit nicht mein letztes Konzert gewesen sein wird, werde ich nochmal in den Genuss kommen.

Setlist: Raise your hands, You give love a bad name, Born to be my baby, We weren´t born to follow, Superman tonight, It´s my life, In these arms, The radio saved my life tonight, Runaway, We got it goin´on, Captain Crash&the beauty queen, Bad Medicine, Wild Thing, Old time Rock´n´Roll, You want to make a memory, Halleluja, I´ll be there for you, Who says you can´t go home, Sleep when I´m dead, Someday I´ll be Saturday night, Have a nice day, Keep the faith, Whole lot of leavin´, Wanted dead or alive, Thorn in my side, Blood on blood, Livin on a prayer, Wild is the wind, Always, These days.

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Kommentare (2)
Metal
1 Donnerstag, den 28. Juli 2011 um 22:35 Uhr
Torsten
Wieso nicht reinpasst ? Bon Jovi hat doch schon jeder hier live gesehen, oder ? War so um 99 rum in Hannoi und ebenfalls sehr geil !
Metal
2 Donnerstag, den 28. Juli 2011 um 22:58 Uhr
Rauti
für mich wars die Premiere...
bin ja nicht unbedingt so der Konzertgänger, und war daher bisher mit Onkelz, Hosen und Metallica ordentlich beschäftigt...

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