Rockharz Open Air – 12.07.-14.07.2012 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Sonstiges
Geschrieben von: Torsten   

Konzert
Flughafen Ballenstedt – An der Teufelsmauer
Zuschauer: ca. 11.000

Zur insgesamt 19. Auflage (die 4. in Ballenstedt, vorher fand es in diversen Ortsteilen von Osterode statt)  machte sich wieder eine nette Reisegruppe aus/um Braunschweig auf den Weg. Dazu gesellten sich noch einige Freunde so dass wir zeitweise 15 Leute waren. Bei bescheidenem Wetter machten wir uns Donnerstagfrüh auf den Weg. Nach einer gemütlichen Stunde Fahrt erreichten wir den Zeltplatz, suchten uns ein Plätzchen relativ weit hinten (nicht,  dass vorne noch so viel frei gewesen wäre…) und bauten erst mal die Pavillons auf. Danach warteten wir den ersten Regenschauer ab, bauten dann die Zelte auf, warteten den nächsten Regenschauer ab usw. usf.

Wenigstens regnete es nur in Etappen und man konnte dazwischen alles Nötige erledigen (Aufbau, Bändchen holen, pinkeln….).

Allerdings kam dann doch noch die Polizei mit einer Unwetter- und Orkanwarnung übers Gelände. Etwas, dass man bei einem Festival so gar nicht hören möchte. Kurz darauf ging es auch wirklich los. In die zwei Seitenwände unserer Pavillons mussten wir einiges an Kraft investieren um sie zu retten. Gelang ganz gut, nur bei der billig Version waren zwei Seitenstreben verbogen und die Plane an mehreren Stellen eingerissen. Damit war klar, dass er am Sonntag stehen bleiben würde. Die restlichen Tage erfüllte er seinen Dienst aber noch. Und beim Blick übers Gelände waren weitaus schlimmer zugerichtete Teile zu sehen.

 

Die erste Band Drone um 14 Uhr wurde dann auch nur von einem Teil besucht, ich gehörte nicht dazu.

Nach einem ersten Angrillen und diversen Kaltgetränken ging es dann gegen 16 Uhr aufs Festivalgelände. Die erste Band die ich sah war Night In Gales, wurde aber nur so nebenbei wahrgenommen. Danach wurde es dann das erste Mal interessant – Municipal Waste kamen. Die Amis kann man getrost als Antwort auf Tankard sehen. Thrash Metal mit Songs ums Bier trinken, dazu launige Aufforderungen zum Circle Pit. Die Jungs haben echt Laune gemacht.

Als nächstes standen Tanzwut auf der Dark Stage. War für manche schon ein Highlight (dementsprechend voll war es vor der Bühne) und hörte sich auch nicht schlecht an, für mich ist es aber irgendwie egal ob da In Extremo, Subway oder eben Tanzwut steht. Wenigstens verzichteten sie auf die „Eiserne Hochzeit“ – eine der Hymnen von Union. Zu hören gab es mit “Bitte, Bitte“ noch ein nettes Ärzte Cover.

Dann traten die Emil Bulls auf der Rock Stage auf. Ihr NuMetal/Crossover was auch immer ist nicht so mein Ding, also weiter mit der nächsten Band. PAIN mit Meister Tägtgren enterten die Bühne. Stilecht in Zwangsjacke gekleidet spielten sie einen starken Gig, leider war der Sound eher mies. Weiter ging es mit den quasi Lokalmatadoren Oomph!. In weißen Matrosenanzügen betraten sie heute zu siebt die Bühne. Sänger Dero war gewohnt gut drauf und hatte die  ein- oder andere spaßige Ansage parat. Gespielt wurden u.a. „Mitten ins Herz“, „Gott ist ein Popstar“, „Träumst du“  und natürlich „Augen auf“. Die Meute feierte ordentlich ab. Den Rausschmeißer klaute man sich schnell bei Maiden und so wurde der Gig mit Monty Pythons „Always Look On The Bright Side Of Life“ beendet. Starker Auftritt, Daumen hoch.

Gespannt wartete man auf Sepultura. Frontsau Derek Green legte auch gut los. Als drittes kam „Refust/Resist“ und danach „Kairos“. Darauf wartete die Menge und es ging gut ab. Später folgten auch noch „Territory“, „Arise“ und „Rattamahata“. Kurz vor Schluss bekam Gitarrist Andreas Kisser Verstärkung von seinem Sohn Johann an der Gitarre. Das letzte Stück war dann „Roots“ und irgendwie wartete ich auf einen verkleideten Pavarotti, der um die Ecke biegt ;-)

Headliner des ersten Tages war Hatebreed. Ich selbst kenne keinen Song der Combo, war also gespannt was mich erwarten würde. Sie legten mit ihrem Hardcore gut los und man konnte ordentlich dazu moshen. Allerdings war nach ca. 20min. erst mal Schluss mit Mucke – Stromausfall. Für gute 30 Minuten blieb es dunkel. Trotz der Pause verließen kaum Leute den Platz vor der Bühne und Hatebreed legte danach sofort wieder los als wären sie nicht von der Bühne weggewesen. Geiler Auftritt.

Den Abschluss bildete der sympathische Ruhrpott Dreier Rage. Grinsekatze Peavy war bester Laune und Gitarrengott Victor Smolski sprühte vor Spielfreude. Gespielt wurde viel von der aktuellen Scheibe, die ich noch nicht habe - Asche über mein Haupt.  Zum Abschluss gab es aber „Higher“ und „Soundchaser“. Feines Ende des ersten Tages. Gegen 1:30 Uhr war dann offiziell „Strom aus“ auf den Bühnen. Mit dem Präsi ging es nach einem kurzen Abstecher ins Partyzelt zurück zum Campinggelände.

 

Am Freitag, den 13. das gleiche Bild: durchwachsenes Wetter, Grillen, 20 Liter Fass Geburtstags Bier von Miri anstechen und gegen 17 Uhr ab aufs Gelände. Beim Gang übern Campingplatz sah man die Kreativität der Gäste. Die zerstörten Pavillons wurden zu allem möglichen umfunktioniert. Einige hatten über Nacht einen Gartenzaun um ihr Zelt gezogen, andere bastelten sich ein Haustier das tapfer hinter sich hergezogen wurde. Am geilsten fand ich die Dreier Combo bestehend aus Soldat mit MP, Soldat mit schwerem MG (Patronengurt stilecht aus 0,5ltr. Dosen) und Soldat an der Vierlings Flak, aufgesetzt auf einem Grill! Als man da so vorbei schlenderte, bekam man noch eine Warnung mit auf den Weg: „Achtung! Sie verlassen jetzt gesichertes Gelände. Dahinten sind nur noch nüchterne Leute!“. Na dagegen werden wir doch gleich mal was tun.

Meine erste Band des Tages war dann Desperadoz. Sie kamen mit ihrem Western Metal ganz gut rüber. U.a. wurde “Riders On The Storm” von den Doors gecovert. Danach wurde mehr oder weniger gespannt Before The Dawn, Primordial und Epica geschaut. Um 20:30 betraten dann Paradise Lost die Bühne. Ich finde ja, dass die Engländer ihre beste Zeit hinter sich haben. Auch dieser Auftritt hat mich jetzt nicht umgehauen, wirklich schlecht war er aber auch nicht. Das Publikum direkt vor der Bühne schien es jedenfalls zu gefallen und sie feierten ordentlich ab. Es ging direkt düster weiter mit den deutschen Gothic Rockern von ASP. Sänger Spreng hat das Publikum mit sympathischen Ansagen gleich auf seiner Seite und die beachtliche Menge feiert zu Songs wie „Wechselbalg“, „Und wir tanzten“ oder „Schwarzes Blut“. Zum ersten Mal kommt auch ordentlich Pyro auf der Bühne zum Einsatz. Bei der einsetzenden Dunkelheit kommt diese auch schick zur Geltung. Zum Schluss gibt es noch passenderweise „Ich will brennen“ und die Meute ist zufrieden.

Um 22:40 Uhr enterte mit Blind Guardian der heutige Headliner die Bühne. Was soll man zu dieser Band noch schreiben, ist sie doch Krefelds größte Leistung seid Bayers 7:3 gegen Dynamo Dresden im Europapokal der Pokalsieger! Das 80 minütige Set wurde mit „Sacred Worlds“, dem stärksten Song des aktuellen Albums, begonnen. „Welcome To Dying“, „Nightfall“ und „Fly“ folgten. Als fünftes kam mit „Time Stands Still“ einer meiner Lieblingssongs. Hansi hielt seine bekannten Ansagen. Die Show setzte ganz auf stimmungsvolle Lichteffekte ohne Feuer oder ähnlichen Firlefanz. Bei den Guardians reicht die lange Liste an Hits einfach um ein geiles Konzert zu liefern und so ging es mit „A Voice In The Dark“  weiter. Danach wurden mit „The Last Candle“ und „Valhalla“ zwei ältere Stücke gespielt und grade bei „Valhalla“ sang das Publikum gewohnt stark mit.  Mit „A Past And Future Secret“ wurde es etwas ruhiger bevor dann „Imaginations From The Other Side“ und besonders „Majesty“ das Tempo noch mal anzogen. Dann kam das wie immer vom Publikum gesungene „The Bards Song“ und als Rausschmeißer „Mirror, Mirror“. Sehr geiler Auftritt nur leider viel zu kurz.

Die Deathstars, die auf Blind Guardian folgten, habe ich zwecks Entspannung von der Bierbude aus verfolgt. Wirklich was mitbekommen habe ich deshalb nicht, den Leuten vor der Bühne gefiel es offensichtlich. Zu guter Letzt kam Paul DiAnno auf die Rock Stage. Es war bei weitem nicht mehr so voll wie noch 2 Bands zuvor, aber doch noch gut gefüllt. Musste der letzte geplante Auftritt auf dem ROA noch wegen eines Gefängnisaufenthaltes von Paul ausfallen, waren dieses Jahr die Leute gespannt auf die alten Maidenklassiker. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Die 45 min. waren vollgepackt mit Songs von den ersten beiden Iron Maiden Alben: „Killers“, „Prowler“, „Remember Tomorrow“, „Running Free“, „Wrathchild“, „Murders In The Rue Morgue“, „Charlotte The Harlot“ und natürlich „Iron Maiden“ meine ich erkannt zu haben (war ja schon spät). Es war jedenfalls sehr fein diese Songs so entspannt live unter freiem Himmel zu genießen.

Mittlerweile war ich alleine unterwegs. Nach einem kurzen Abstecher ins Partyzelt schaute ich auch noch ins „Ficken“ Zelt (ihr wisst schon, dieser komische Schnaps). Hatte mich schon die ganze Zeit gefragt warum es da immer so voll war:

Tanzten da die Mädels doch auf der Theke.

Mittlerweile hatte es zu regnen begonnen (es schüttete aus Kübeln) und nach einem Boxenstopp unter einem fremden Pavillon kam ich bei unseren Zelten an. Nach einem Wopihalido war dann auch Tag 2 vorbei.

Scheinbar hatte es die ganze Nacht nicht aufgehört zu regnen, zumindest sahen die Wege danach aus. Eine erste Gruppe von uns machte sich schon zu Betontod auf den Weg. Mir war das auf Grund der langen Nacht zu früh und so blieb ich am Zelt. Vielleicht gibt es dazu ja noch einen Kommentar. Ich selbst bin dann wieder gegen 16 Uhr los um als erstes Suidakra zu sehen. Vor dem Festivalgelände war eine einzige Schlammwüste, das Gelände selber war aber in ordentlichen Zustand.

Schlamm auf dem Weg zum Festivalgelände

Suidakra spielten sich den Arsch ab und kamen bei den zahlreichen Zuschauern gut an. Guter Auftritt. Leichter Regen setzte mal wieder ein und so wurden die Jungs von den Färöer Inseln, Tyr, zum Teil aus dem großen Bierzelt verfolgt. Aufgrund technischer Probleme beim letzten Auftritt wurde Tyr direkt noch einmal eingeladen. Sie nutzten die Gelegenheit und zeigten sich mit ihrem Folk-Viking-Metal spielfreudig und gut gelaunt. Auch hier Daumen hoch. Weiter ging es mit Power Metal aus deutschen Landen: Freedom Call. Ihr locker flockiger Auftritt passte bestens zum jetzt wieder herrschenden Sonnenschein. Besonders ihr Abschlussstück, „Warriors Of Light“, erwies sich als echte Hymne. Es beeindruckte unseren Präsi sogar so sehr das er sich gleich mal die CD orderte. Nach diesem saustarken Dreierpack kam mit Lacuna Coil eine Band die mir nicht so zusagt. Die Italiener um Frontfrau Cristina Scabbia (durchaus ein Hingucker in ihrer Latex/Netzhosenkombi) kamen aber super sympathisch rüber. Das ist ja auch schon was.

Danach kam Old School Deathmetal vom feinsten: Morgoth zerlegten die Dark Stage. Mit einem fetten 50 min. Set, der amtlich abgefeiert wurde, bereiteten sie die Menge schon mal für Arch Enemy vor. Und Stimmwunder Angela Gossow growlte sich danach 60 Minuten durch die Hits, dass es eine wahre Pracht war. Was das Goldköpfchen da zwischen headbangen und abmoshen noch so raus haut ist wirklich aller erste Sahne. Sau starker Auftritt der gesamten Band!

Nach 110 min. Musik mitten in die Fresse war mal wieder Zeit für etwas Klamauk – Knorkator sind wieder da. Und wie, Stumpen kommt im Ganzkörperanzug, der nicht mal die Augen frei lässt auf die Bühne. Nach dem ersten Stück („Der ultimative Mann“) werden erst mal die Fotografen aus dem Graben auf die Bühne gebeten um Bilder zu machen. Später werden dann die 6 Menschen mit den dicksten Bäuchen auf die Bühne geholt. Grund: der mittlerweile entkleidete Stumpen will über die liegenden Leute springen und landet natürlich mitten drin. Eine Wall Of Death wird kurzerhand umfunktioniert: die Menge schreitet langsam aufeinander zu um sich dann die Hände zu reichen – großes Kino! Musik wird natürlich auch gespielt, unter anderem „Du nich“, „Ich lass mich Klonen“, „Böse“, “Alter Mann“, „Kurz und klein“ und „Wir werden alle sterben“. Nach einer Stunde und 13 Liedern war der Spuk vorbei – hat richtig Spaß gemacht.

Stumpen gut verpackt

Auf zum letzten Headliner des Festivals. Nach der Abschieds Rede der Veranstalter stehen die Wikinger von Amon Amarth bereit. Der Platz vor der Bühne ist wie schon am Abend zuvor rappelvoll. Aber im Gegensatz zu Blind Guardian wird heute auch das volle Brett an Backdrops, Pyro von oben und unten usw. gefahren. Definitiv die fetteste Show des Festivals und dazu die bekannten Hymnen von Amon Amarth. Erwähnt seien nur Lieder wie „Cry For The Blackbirds“, „Death In Fire“, „Twilight Of The Thunder God“ oder  das megageile “Guardians Of Asgaard”. Wikingerherz was willst du mehr? Vielleicht etwas mehr Spielzeit. Ob Freitag oder Samstag, die 80min. für den Headliner könnten ruhig etwas aufgestockt werden.

Der Headliner des letzten Tages: Amon Amarth

Danach haben es Moonsorrow mit ihrem ruhigeren Pagan-Metal etwas schwer. Die Fans der Band feiern sie natürlich ab, ich halte es wie am Vortag und geh erst mal ein Bier trinken.

Als wirklich letzte Band des Festivals treten The Other auf. Ich muss gestehen, dass ich die Band bis dato gar nicht kannte. Mit ihrem Horrorpunk unterhielten sie die vielleicht 500 Verbliebenen vor der Bühne aber noch gut. Ich fand`s nicht schlecht und so konnte man kaputt aber glücklich in den Schlafsack kriechen.

Am nächsten Morgen war frühzeitiges Aufstehen angesagt. Ohne Probleme kam man vom Campingplatz und gegen 8:30 waren wir schon wieder in WF. Bis zum nächsten Jahr!

Neue Ebene...
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Kommentare (5)
Bayer Uerdingen
1 Donnerstag, den 16. August 2012 um 10:26 Uhr
Giovanne
Das war doch im Europapokal der Pokalsieger. Und nur weil Bayer im Finale 1985 die Bayern mit 2:1 schlug **höhö**

P.S.: Das heisst doch Thrash-Metal, oder???
Fehler
2 Donnerstag, den 16. August 2012 um 18:26 Uhr
Torsten
Hast natürlich Recht und sollte beides ausgebessert sein. Obwohl "Müll-Metal" manchmal auch passen würde :-)
Müll-Metal
3 Donnerstag, den 16. August 2012 um 21:39 Uhr
Giovanne
Recht haste, manchmal ist das zutreffend ;-)
Freedom Call
4 Montag, den 20. August 2012 um 19:59 Uhr
Carsten
nix für ungut, aber der Hymnenartige Song von Freedom Call heißt "Power and Glory" !!!
falsches Jahr
5 Mittwoch, den 19. Juni 2013 um 05:53 Uhr
Torsten
Da muß fast ein Jahr vergehen bevor ich merke das im Titel 2011 und nich 2012 steht... .Und keinem fällt was auf.

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