Grizzly Adams Wolfsburg – Düsseldorfer EG 5:2 (2:0, 3:0, 0:2) 16.12.12 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Andere Sportarten
Geschrieben von: Sascha   

Liga: Deutsche Eishockey Liga
Stadion: Volksbank BraWo EisArena Wolfsburg
Zuschauer: 2.070

Da es zum heutigen Match zum Angstgegner ging und die DEG in den letzten Ligaspielen ständig Prügel bezog, entschied ich mich mit meinen Mädels kurzerhand per PKW zum Spiel zu fahren statt wie geplant mit der Bahn anzureisen.

Wir trafen uns mit einem Bekannten im direkt neben der Eishalle liegenden Bowlingcenter. Allerdings besitzt dieser weder Kundenfreundlichkeit noch fähiges Personal. Wir wurden derart gekonnt von den ständig vorbeihuschenden Bedienungen ignoriert, daß wir unsere Bestellung ergo am Tresen aufgeben mussten. Als diese nach einer geschlagenen ¼ Stunde immer noch nicht auf unserem Tisch stand, stornierte ich sie schließlich am Tresen wieder. Mit welcher Pampigkeit meine Stornierung hingegen aufgenommen wurde schlug dem Faß vollkommen den Boden aus. In Kundenverprellung steht diese Einrichtung deutschlandweit an oberster Stelle.

Somit peilten wir die Bierbutze vor der Eishalle an. Glücklicherweise musste ich noch fahren und konnte so einen großen Bogen um die hier ausgeschenkte Wittinger-Plürre machen. Obwohl ich Muttern warnte, opferte sie sich. Biergenuß stellte sich bei ihr aber wie erwartet nicht ein. Auch die Bratwurst disqualifizierte sich in der Kategorie Geschmack.

Anschließend suchten wir unsere Plätze im Gästeblock auf und wurden mit knapp fünfzig mitgereisten Düsseldorfern Zeuge, wie Eishockey am besten nicht dargeboten werden sollte. Die DEG spielte an diesem Tage derart unterirdisch, daß sie nicht ganz unverdient die rote Laterne innehat. Die ersten zwei Drittel gab sie nicht einen richtigen Schuß aufs Tor ab, nicht einen! Dazu gesellten sich miserables Abwehrverhalten, ungefährliches Überzahlspiel und unnötige Strafen. Aber auch der Vorletzte aus Wolfsburg zelebrierte nun nicht unbedingt Eishockey der Spitzenklasse und profitierte eher durch die Düsseldorfer Fehler als durch ein überlegendes Auftreten. So konnten die Grizzly Adams nach zwei Dritteln ein Polster von fünf Toren aufbauen. Erst gegen Ende des Spiels zeigte die DEG, was eigentlich in ihr steckt und verkürzte durch einen Doppelschlag von Turnbull (16:38) und Martinsen (16:55) auf 2:5. Jubelschreie lösten diese Treffer allerdings nicht mehr bei mir aus, war die Niederlage doch letztendlich nicht mehr abzuwenden.

Als die Schlußsirene ertönte suchten wir nach diesem überaus desolaten Auftritt sofort das Weite um schnellstmöglich wieder in Braunschweig zu sein. Während der Rückfahrt schwelgte ich Erinnerungen an die glorreichen Neunziger Jahre der DEG. Es war wirklich eine fantastische Zeit. Gerne denke ich an so klangvolle Namen wie Bernd Truntschka, Didi Hegen, Chris Valentine, Peter John Lee, Benoit Doucet oder Helmut de Raaf zurück. Bis oder ob es jemals wieder in Düsseldorf so erfolgreiches Eishockey wie damals geben wird steht allerdings weit, weit in den Sternen.

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