Gastbericht: Borussia Dortmund -Eintracht Frankfurt 3:0 (2:0) 16.02.2013 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Saison 12/13
Geschrieben von: Björn (Society Braunschweig)   

1. Bundesliga
Stadion: Westfalenstadion Dortmund
Zuschauer: 80.500

Um kurz vor 10 trafen sich Stefan, Timo, eine Kiste Wolters Prinzen-Sud und ich am Hauptbahnhof um mal wieder der Fussballkathedrale an der Dortmunder Strobelallee die Aufwartung zu machen. Durch die späte Fahrzeit war der bundesweite Asi-Ticket-Fussball-Pöbel schon an den Zielorten und so hatten wir den Zug fast für uns alleine, was zwar einerseits angenehm war, andererseits bringen WET-Fahrten mit Fans verschiedener Coleur ja auch immer spitzenmäßige Anekdoten mit sich.

Viel normaler waren die Leute an Bord dann letztendlich aber auch nicht, eine Frau die mit sage und schreibe 4 Hunden auf dem Weg nach Düsseldorf war, bat mich höflich, ob ich ihr beim Koffer einladen helfen konnte. Ich sollte es bereuen. Gut und gerne 40 Kilo brachte das Stück auf Waage, randvoll mit Hundefutter, wie mir die Besitzerin stolz erzählte. Na dann mal gute Reise.

Nach dem Umsteigen durfte die Tour dann allerdings dennoch die ersten Highlights verbuchen, präsentierte uns Timo doch beim “Stadt, Land, Fussball” die unglaublichsten Antworten in den Kategorien “Verein International” ( C.F.), “Torwart” (spanischer Nationaltorwart mit C - auf Nachfrage: “ich weiß grad nicht wie er heißt, aber er fängt mit C an“), “Verletzung” (Eisbein) und “Grund für Platzverweis” (Jägermeister trinken).

Nach Ankunft in Dortmund brachten wir die inzwischen arg dezimierte Kiste Prinzen Sud und unsere Klamotten in unsere Absteige in der Nähe des Bahnhofs, anschließend trafen wir Jupp, mit dem wir im Dortmunder Kreuzviertel bei Bier und Currywurst der Bundesliga-Konferenz folgten.

Bei der Ankunft am Stadion ein mittelschwerer Schock: Die Tageskassen waren geöffnet!! Unfassbar, aber es war abzusehen, kaum ist die Meisterschaft gelaufen lockt den Event-Fan noch nichtmal das Duell 2. gegen 4. hinter dem Ofen vor. Mir solls recht sein, das ganze Volk, dass ja auch schon beim HSV-Spiel 15 Minuten vor Ultimo das Stadion verliess, raus aus dem Stadion und Platz machen für diejenigen denen der Verein auch als Zehntplatzierter am Herzen liegt. Insgesamt 95 Karten sollten am Ende offiziell noch die Kassentresen hüten, die ganz schön doof aus der Wäsche schauenden Schwarzmarkthändler mit den Händen voller Tickets zeigten aber, dass hier einige Plätze mehr leer bleiben dürften.

Um kurz nach  18 Uhr saßen wir auf unseren Plätzen im Nordwesten des Stadions, im Vergleich zu meinem letzten Besuch in dieser Ecke, wo die Sicht aufgrund des schrägen Dachs recht eingeschränkt war, hatten wir diesmal auch einen grandiosen Blick auf das Epizentrum im Süden. Stattdessen war vom Gästeblock leider nichts zu sehen.

BVB-Coach Klopp musste heute auf den rotgesperrten Lewandowski verzichten, dafür konnte Subotic der schwarz-gelben Hintermannschaft wieder die Sicherheit geben, die nach 8 Gegentoren in 3 Spielen doch etwas verschütt gegangen war. Für ihn musste Santana weichen, während vorne Julian Schieber eine Bewährungschance erhielt.

Die Frankfurter mussten sich von Beginn an warm anziehen. Bereits nach 3 Minuten hatte Kuba die erste Chance, scheiterte aber an Gästekeeper Trapp genauso wie Reus 2 Minuten später. Nach 8 Minuten war aber auch Trapp chancenlos. Einen Traumpass von Götze aus dem Fussgelenk nahm Reus geschickt mit, läuft allein aufs Gästetor zu und schiebt problemlos ein. Bevor sich die SGE ordnen konnte, spielte Hummels einen sauberen Ball auf wieder jenen Reus, der diesmal zwar von halblinks aufs Frankfurter Gehäuse zulief, das Spielgerät aber ebenso humorlos versenkte wie 2 Minuten zuvor.

Frankfurt konnte sich in der Folgezeit nur selten aus der Umklammerung des BVB lösen und wurde immer wieder zu leichten Fehlern gezwungen. Borussia konnte daraus aber leider kein Kapital schlagen. Nach einer guten halben Stunde dann ein Rückschlag für die Hausherren: Schieber sah nach wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte. Als “herb” möchte ich diesen Rückschlag allerdings nicht bezeichnen, der gute Julian hatte die bisher nicht ansatzweise Torgefahr ausgestrahlt. Eine Bewerbung für die Nachfolge des wohl scheidenden Sturmführers Lewandowski sieht anders aus. So änderte sich bis zur Halbzeit nichts an der Dominanz des BVB.

Die Hoffnung auf Hurra-Fussball in Hälfte 2 musste ich leider begraben. Der CL-Trip in die ukrainische Steppe von Donezk 72 Stunden vorher forderte seinen Tribut und so verwaltete der BVB zwar das Spiel, setzte vorne aber nur noch vereinzelt Nadelstiche durch Reus, Hummels (je 55.) und Subotic (58.).

Das Herbeiführen der endgültigen Entscheidung ließ sich der “Man of the Match” dann allerdings nicht nehmen. Gündogan mit Galapass auf Götze, der im Frankfurter Strafraum sage und schreibe 4 Mann stehen lässt, vor Keeper Trapp abbremst, den Ball zu Reus zurückspitzelt, der aus 16 Metern vollendet(65.)

Kurz darauf war auch die Unterzahl Schnee von gestern, holte sich doch auch Frankfurts Inui Gelb-Rot ab. Es passierte aber auf beiden Seiten nichts mehr, Borussia spielte den Stiefel abgeklärt runter und konnte sich wenige Minuten später als verdienter Sieger feiern lassen. Wir verließen das Stadion und ließen den Abend im Kreuzviertel ausklingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem durchwachsenen Frühstück wieder zur Strobelallee, wo nach einer Besichtigung des Borusseums inkl original Schale+Pokal, eine Stadiontour anstand. Hier beeindruckte vor allem die recht unbeeindruckende weil sehr spartanische BVB-Kabine. Falls jemand noch unnützes Input für die Wer-wird-Millionär-Teilnahme benötigt: Der FIFA-Katalog sieht vor dass in den Kabinen eines WM-Stadions ein Fön zu hängen hat. Das Exemplar in der Dortmunder Kabine versprühte zwar eher den Charme einer Kreisliga-Umkleide Baujahr 1970, dafür gönnte sich BVB davon aber gleich zwei. Im Gegenzug soll es Gerüchten zufolge in der Gästekabine keinen Fön geben, was der FIFA-Delegation 2006 aber nicht aufgefallen ist. Amateure! Dieser Fauxpas wirft 7 Jahre später die Frage auf, ob die an perfekt liegender Haarpracht traditionell interessierten Italiener im Falle einer Halbfinalniederlage rechtliche Schritte eingeleitet hätten. Für die Eintrittskarte gabs im Fanshop noch ein kleines Präsent, “die Legende von Fahni” war geboren Lachend.

Danach gings auf die Fahrt gen Heimat, die fast um ein vielfaches länger gedauert hätte als geplant. Die Bahn kriegt es sogar hin, dass 37 Minuten Aufenthalt in Bielefeld nicht reichen um entspannt 2 Gleise weiter zu gehen, nein wir mussten laufen um den Anschlusszug zu bekommen. Aber Fahni regelte vor Ort alle Unwegbarkeiten und so konnte die Fahrt entspannt fortgesetzt werden…Interessant übrigens dass sich kein einziger Schaffner blicken lässt wenn der Zug Verspätung hat…

Letztendlich erreichten wir dann aber doch pünktlich den Braunschweiger Hauptbahnhof.

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