Gastbericht: VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 3:3 (3:1) 11.05.2013 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Saison 12/13
Geschrieben von: Björn (Society Braunschweig)   

1. Bundesliga
Stadion: VW Arena
Zuschauer: 30.000 (ausverschenkt)

Auch dieses Jahr wollten Stefan, Timo und ich das für uns nächstgelegene Auswärtsspiel des BVB besuchen. Absolut perfekte Voraussetzungen waren im Prinzip gegeben, da dieses Spiel auf den 33. Spieltag gelegt wurde, war seit Saisonbeginn klar, dass das Spiel zum einen definitiv Samstag 15.30 Uhr stattfinden und zum anderen ebenso definitiv nicht mit einem Spiel des BTSV kollidieren würde. Die Organisation der Tickets stellte uns allerdings vor eine schier unüberwindbare Hürde.

4 Wochen vor Anpfiff begann der Vorverkauf für Mitglieder und Dauerkarteninhaber (haben Dauerkarteninhaber nicht in der Regel bereits eine Karte??), 2 Wochen später der Verkauf für den Rest. Bereits am ersten Tag des Mitglieder-VVK prangte ein “vorübergehend ausverkauft” auf der Homepage, 3 Tage später war das “vorübergehend” auch verschwunden. Wir strichen also gedanklich das Spiel aus den Kalendern. Da wir zu dem Zeitpunkt noch alle in der Verlosung für das CL-Finale in Wembley waren, kamen Experimente a la eBay nicht in Frage, im Falle einer Reise auf die Insel bräuchte man jeden Cent und wollte den nicht für ein Spiel ausgeben, in dem es quasi um nichts mehr ging.

Drei Tage vor dem Spiel meldete sich ein Bekannter meines Vaters, der seine 4 Dauerkarten abzugeben hatte, da ihm eine Familienfete in die Quere kam. Für einen schmalen Zehner pro Billet hätten wir unsere Plätze in der Wölfi-Kurve safe. Ich überlegte nicht lange und saß 1 Stunde später im Auto gen Wolfsburg um die Karten abzuholen. Den freien Platz in der Reisegruppe sicherte sich Anni mehr als gekonnt durch das Angebot als Fahrerin zu fungieren.

Um Punkt 12 zischten die Kronkorken auf meinem Balkon, danach gings los um ein letztes Mal diese Saison (zwischenzeitlich kamen die Absagen für Wembley) den BVB live zu erleben.
2 Stunden vor Spielbeginn erreichten wir den Parkplatz am Stadion, der allerdings zu großen Teilen vom Wolfsburger Schützenfest okkupiert wurde. Dazu später mehr.

Erster Programmpunkt war das obligatorische “Upgraden” der Kinder-Dauerkarten. 25€ (!!) Aufpreis hatten wir pro Karte zu löhnen. Das muss man sich mal reinziehen, wir hatten die gleichen Dauerkarten vor 2 Jahren, sprich vor 2 Meistertiteln und einem Pokalsieg des BVB, da schlug der Aufpreis noch mit ganzen 11 Euro zu Buche. Genau diese Topspielzuschläge nahm der schwarz-gelbe Anhang zum Anlass um heute die ersten 20 Minuten außerhalb des Blocks zu verharren. Wir hatten leider keine Wahl und spazierten nach erfolgter Transaktion zum Bierstand vor dem Gästeblock wo die Zeit bis zum Anpfiff feucht-fröhlich überbrückt wurde.

Zu Beginn blieb der Stehplatzblock der Gäste wie gesagt leer, wer allerdings dachte das WOB das zu Anlass nimmt, ausnahmsweise mal die Stimmungshoheit im eigenen Haus zu übernehmen sah sich getäuscht, allein die BVB-Fans im Sitzplatzbereich mit Unterstützung der in weiten Teilen schwarz-gelb gekleideten Wölfi-Kurve nahmen das Zepter in die Hand.

Auch auf dem Platz erwischte Borussia einen Start nach Maß. Nach 5 Minuten verwertete Bender eine Sahin-Flanke zum 1-0. Wer nun auf ein Schützenfest hoffte, wurde enttäuscht, denn ausgerechnet Perisic, der bis zum Jahreswechsel noch das BVB-Trikot trug, drehte das Spiel zwischen Minute 14 und 22 zum 2-1 für die Hausherren. Zwischenzeitlich enterten die BVB-Fans mit “Fussball muss bezahlbar sein”-Gesängen den Away-Sektor. Es kam noch schlimmer, denn nur 4 Minuten später erhöhte Naldo auf 3-1. Was ist denn hier los? Borussia völlig von der Rolle, man konnte von Glück reden dass vor der Pause nicht schon die Vorentscheidung fiel denn Santana köpfte einen eigentlich harmlosen Einwurf ans eigene Lattenkreuz und Olic vergab kläglich eine Möglichkeit in der er frei auf Weidenfellers Gehäuse zulief. Schwarz-Gelb rettete sich mehr oder weniger in die Pause, in der wir sowohl Nikotin- als auch Bierhaushalt auszugleichen versuchten.

In Hälfte 2 dann das von Beginn an erwartete Bild. Kloppo schien dem offensichtlich nur an Wembley denkenden Personal in der Kabine ordentlich die Leviten gelesen zu haben, denn das Spielgeschehen fand nun nur noch in der Hälfte der Wolfsburger statt. Zählbares sprang jedoch zunächst nicht dabei heraus, Lewandowski und der eingewechselte Schieber vergaben gute Möglichkeiten. Zwar hatte WOB dann auch noch 2 Konterchancen, diese waren aber nicht wirklich zwingend.

Es musste also wieder der Rolls Reus richten. Gündogan erobert nach 84 Minuten den Ball, spielt diesen traumhaft in die Schnittstelle der Abwehr, Benaglio kann sich nicht entscheiden ob er rausgeht oder im Kasten bleibt und wird von Reus mit einem mustergültigen Heber überlistet. Nur noch 2-3.

Keine 3 Minuten später der eigentlich nicht mehr erwartete Ausgleich. Reus kommt nach einem Abwehrfehler an den Ball, schmeisst den Turbo an, mit dem er drei Wölfe zu Statisten degradiert und nagelt das Spielgerät in seiner unnachahmlichen Art unter die Latte. 3-3. Wolfsburg konnte den Schalter nun nicht mehr umlegen, Borussia schien mit dem Ergebnis zufrieden und so passierte bis zum Abpfiff nicht mehr viel.

Nach dem standesgemäßen Applaus fürs Team verließen wir das Stadion und zogen zurück zum Auto. Zunächst hatten wir noch einen kleinen Disput mit einer etwas fülligeren WOB-Ultra-Tussi zu überstehen (füllig ist vielleicht etwas untertrieben – Lob an dieser Stelle an den Architekten der die Tragfähigkeit der Brücke zwischen Stadion und Parkplatz berechnet hat, der Mann hat seine Hausaufgaben gemacht!!), anschließend stellten wir fest, dass wir ja eigentlich nur direkt zum Auto gingen weil Timo zum Grillen und Anni zu einer Party eingeladen war. Das hatte mit Stefans und meinen Plänen für den restlichen Abend ja aber prinzipiell recht wenig zu tun, das naheliegende Schützenfest kam uns daher grade recht.

Unser Abend begann mit Fassbier vorm Festzelt wo wir mit 3 Wolfsburgern ins Gespräch kamen in dem wir recht schnell darauf zu sprechen kamen dass wir aus Braunschweig sind. Gedächtnisprotokoll zwischen einem der Jungs und mir:
“Und? Freut ihr euch aufs Derby?” “Klar!! Gegen 95+1 wird der Hammer!” “Nee, ich meine gegen den VfL!” “Ist kein Derby!” “Doch!” “Ähm, nee!” “Du willst mir also sagen, das Braunschweig gegen Wolfsburg kein Derby ist?” “Ja, will ich damit sagen!” “Was ist das denn dann?” “Höchstens ein Nachbarschaftsduell, aber kein Derby!” “Das ist ein Derby!” “Nein ist es nicht! Es gibt nur ein Derby!” “Nein, zwei” “ Nein, nur eins.” “Wir machen euch platt!” “Nein, macht ihr nicht, und selbst wenn - egal, euch interessiert in BS keine Sau!” “Doch tun wir, weils nen Derby ist.“ “Wenn ihr im Pokal gegen den MTV Gifhorn spielen würdet, wäre das für euch ein richtiges Derby??” “Nein!“ “Na siehste!“  “Aber gegen Braunschweig ist Derby!“ “Für euch vielleicht, für uns nicht.“ Das wäre vermutlich noch ewig so weitergangen, bis der Experte von seinem eigenen Kumpel zur Raison gerufen wurde der zu ihm meinte “Ey alter, hör mal auf so´ne Scheisse zu erzählen - Braunschweig gegen Hannover, da geht’s so dermaßen ab, da können wir in WOB nicht ansatzweise mithalten!” Nachdem ich den Mann für seinen Fussballsachverstand lobte, ging der Abend für Stefan und mich erst richtig los. Wilde Maus - Bier - Geisterbahn - Bier - Labyrinth - Bier - Autoscooter (in dem wir eine wahre Treibjagd auf grüne Trikots veranstalteten) - Bier - Schießbude (nen Nemo für die bessere Hälfte daheim geschossen: BÄÄM) - Basketball - Bier - 2 Kopfüberfahrgeschäfte - Bier. Bis wir dann feststellten dass kein Zug mehr nach BS fährt und wir ganz dekadent für 60 Euro mit dem Taxi nach Hause gefahren sind, natürlich nicht ohne den Fahrer an der erstbesten Tanke rechts ran zu komplimentieren um, der aufmerksame Leser dürfte es ahnen, Bier zu kaufen. Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass die Fahrt mit der Eintracht zum Millerntor am Folgetag ne gaaaaanz harte Geschichte wird. Die war es dann auch, aber egal, der Tag war es wert - Danke Timo, Anni und natürlich Stefan Lachend

Share
 
Kommentare (1)
Wob Tussi
1 Sonntag, den 19. Mai 2013 um 07:09 Uhr
Administrator
"einer etwas fülligeren WOB-Ultra-Tussi zu überstehen"

Achtung Brüller: Bei der machts wenigstens Sinn Wob Ultra zu werden, ist ja viel Platz im Block ;)

Kommentar hinzufügen

Ihr Name:
Titel:
Kommentar:
  Sicherheitscode zur Prüfung. Nur Kleinschreibung. Keine Leerzeichen.
Sicherheitscode-Prüfung: