SV Holthausen/Biene - Eintracht Braunschweig II 1:5 (1:2) 05.05.2013 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Saison 12/13
Geschrieben von: Sonja D.   

Oberliga Niedersachsen
Stadion „Am Biener Busch“
Zuschauer: 220

Da die erste Mannschaft am Montag das vorerst letzte Montagsspiel bestreiten sollte, stand eigentlich ein sehr ruhiges Wochenende bevor. Samstagmittag erhielt ich jedoch eine Nachricht von Micha, dass der Koppelmann wegen Holthausen-Biene gefragt hätte. Robin suchte zwar Mitfahrer für die grandiose Zugverbindung (mit Bus als Schienenersatzverkehr durchs Emsland, Rückankunft nach 23 Uhr, etc.), aber bisher hätten sich nur Interessenten für eine Autotour gemeldet. Also kurzerhand beschlossen, dass ich bis Sonntagfrüh für dies Wochenende genug gelernt hab und Sonntagmittag sammelte ich Micha, Rauti, Uwe und den Koppelmann ein.

Die Hinfahrt verlief ruhig und gute 3h nach Abfahrt forderte mich das Navi auf, links abzubiegen. Dass dort nur ein besserer Feldweg war, sollte uns zunächst nicht verwundern, schließlich waren wir hier auf dem Lande. Wir folgten dem Navi weiter bis ein Sackgassenschild vor uns auftauchte. Da das Navi allerdings nicht von der Strecke abwich, folgten wir dem angezeigten Weg und fuhren im Schritttempo einem Pärchen auf dem Fahrrad hinterher. Als die Dame vor uns langsam nervös wurde, endete unsere Fahrt hinter der nächsten Kurve an einer verschlossenen Schranke über einem kleinen Bächlein. Laut Navi waren wir nur 150m vom Ziel entfernt, aber zu sehen war noch nichts. Alle Versuche die Schranke selbst zu öffnen scheiterten und man wendete auf dem Feld um den Weg zurück zu fahren und von der anderen Seite den Spielort zu erreichen. Auch auf diesem Weg hatte man nicht das Gefühl, das hier irgendwo Fußball gespielt werden könnte, aber hinter der nächsten Kurve waren wir dann doch am Ziel. Es war noch eine Stunde bis Anpfiff und so gönnte man sich noch ein letztes Wolters in der Wander-Schutzhütte auf dem Parkplatz, bestaunte den Miniaturbienenstock einer Biene welche sich scheinbar alleine in dieser Hütte niedergelassen hatte, Aufkleber die sicher von einem Spinnennetz vor dem Überkleben geschützt wurden (was uns aber nicht aufgehalten hat Zwinkernd ) und machte Fotos mit dem schönen EL-CH-Nummernschild eines der parkenden Autos.

Nachdem die letzten Woltersreserven geleert waren begaben wir uns ins Stadion. Die Eintrittspreise, Damen 2€ - Herren 7€, finde ich ja prinzipiell diskriminierend, aber heute konnte ich damit ganz gut leben. Das Stadion hatte eine kleine Holztribüne, für die man jedoch 2€ mehr berappen musste und an der Bierbude standen Tische und Bänke bereit. Kurzerhand haben wir uns einen Tisch gekrallt und zum Spielfeld geschoben, wo schon einheimische Rentner ganze Tische belegten. So hatten wir freie Sicht aufs Spielfeld, Abstellmöglichkeiten für die Getränke und waren nah an der Bier- und Bratwurstbude sowie den Toiletten. Beste Voraussetzungen für einen entspannten Fußballsonntag. Am Bierstand fiel uns gleich ein Schild in die Augen, das einen ganze Kasten Bier günstig anpries, aber leider erst nach Abpfiff, wenn Spieler und Schiris den Platz verlassen haben. Zu unserer Truppe gesellten sich noch Ähle und Bina, die allerdings nach 20 Minuten schon wieder weg mussten, da dem Herrn Ähle wirklich noch der Ground in Meppen gefehlt hat und man dort pünktlich eintreffen wollte, statt den Aufstieg zu feiern *kopfschüttel*

Aber nun zum Spiel: Das erste Tor konnten auf diesem von Gänseblümchen und Autoreifenspuren geprägtem Platz die Biener erzielen. Trotzdem glaubten wir noch fest an den heutigen Aufstieg und nur 4 Minuten später erzielte Nachtwey den Ausgleichstreffer. Dem folgte nur 5 Minuten später das Führungstor durch Unger. So ging es aus Braunschweiger Sicht mit 2:1 in die Pause, in der die Bratwurst getestet und für gut befunden wurde, bei 1,50€ kann man da definitiv nix falsch machen. Bereits zwei Minuten nach dem erneuten Anpfiff fand das Leder durch Stucki wieder den Weg ins Biener Tor und für uns stand der Sieg heute fest. Das restliche Spiel wurde zur Nebensache, es wurde getrunken und Kontakt zu den Einheimischen aufgenommen. Unger und Stucki sorgten im weiteren Spielverlauf noch zwei Mal dafür, dass der Biener Torhüter hinter sich greifen musste. Man sah die Mannschaft nach Abpfiff gespannt in der Runde stehen und scheinbar auf die Ergebnisse aus Wolfsburg und Göttingen warten. Und dann knallten die Sektkorken, es durfte gefeiert werden. Zwar war der Aufstieg rechnerisch noch nicht zu 100% in trockenen Tüchern, aber mit 12 Punkten Vorsprung bei noch vier Spielen und bei einem Torverhältnis von +37 war der Nichtaufstieg mehr als utopisch. Die Spieler kamen wirklich noch brav zu uns fünf und klatschten ab bevor sie die Feier in und vor die Kabine verlegte. Da man an der Bechersammelei erkannt hatte, dass die Kids vom Nachbartisch für Geld so einiges tun würden, boten wir den Jungs je 1€, wenn sie die Türen des Toilettencontainers verschließen, wo Uwe, Rauti und Koppelmann gerade Bier wegbrachten. Dies wurde von innen mit lauten Eintracht-Schlachtrufen kommentiert und die Jungs wollten die Türen gar nicht mehr öffnen, da sie hofften für jede weitere Minute ebenfalls Geld zu erhalten. Als ihnen klar wurde, dass dies nicht passieren würde, gaben sie auf. Wir gönnten uns zur Feier des Tages eine Runde Korn, der hier für schlappe 60 cent veräußert wurde. Robin bot mir zwar auch einen „Fahrer-Korn“ an, ich lehnte jedoch dankend ab und bleib bei meinem Fahrer-Bier. Dann kam Unger zu uns und meinte, er lässt die jungen Leute mal unter sich feiern, verpasste dem Koppelmann eine Bierdusche und unterhielt sich ein wenig mit uns. Schnell wurde die zweite Runde Korn bestellt. Auch Henning Bürger kam auf einen kurzen Schnack zu uns, nur Papa Heinz war bis zur Abfahrt anderweitig beschäftigt. Unger kam noch einige Male bei uns vorbei, leerte ein weiteres Bier über den Koppelmann und versorgte uns mit Bieren. Die Bierbude wollte eigentlich schon bei unserer ersten Kornrunde schließen, aber ein guter Wirt erkennt eine durstige Meute und so hatte er noch geöffnet, als wir das Stadion verließen. Als der Grill ausgeschaltet wurde, schenkte er uns sogar noch die letzten Bratwürste. Unger hielt jedenfalls die ganze Mannschaft auf, denn als alle abfahrtbereit waren, hatte Unger nicht einmal die Dusche erreicht. So konnten wir mit der Mannschaft noch einen ordentlichen Zwischen Harz und Heideland-Wechselgesang zum Besten geben und die Mannschaft gebührend feiern. Der Busfahrer gab mit seiner Hupe noch ein paar Melodien vor, zu denen wir mitgröhlten, bevor alle im Bus waren und abgefahren wurde. Das war unser Zeichen, auch den Heimweg anzutreten. Den Koppelmann wollte ich nach seinen Bierduschen eigentlich nicht mehr in mein Auto lassen, aber er hatte Glück, dass die Sonne dafür sorgte, das sein Shirt nicht mehr nass war und ich ließ ihn einsteigen. Dort war er allerdings in bester Pöbellaune und als er beim ersten Pinkelstopp tief und fest schlief, haben wir kurz in Erwägung gezogen ihn hier auszusetzen. Aber wir sind ja keine Unmenschen und so wurden einfach nur lustige Bilder mit ihm gemacht.

Koppelmann pennt


In Bad Oeynhausen musste ein Tankstopp eingelegt werden und nachdem alle den Weg zurück zum Auto gefunden haben, konnte die Tour mit neuem Proviant fortgesetzt werden. Uwe erklärte währenddessen am Telefon, warum er denn immernoch nicht in BS sei obwohl das Spiel schon lange vorbei ist und warnte mich noch davor, das man den Koppelmann in diesem Zustand nicht mit Essen einsteigen sollte, welches er krümelweise im Auto verteilen könnte. Ich ließ ihn jedoch gewähren und mein Auto musste anschließend nicht zur Komplettreinigung. Ich konnte die gut angeheiterte Reisetruppe heile zu Hause abliefern und für mich ging es nun erneut an den Schreibtisch. Ein gelungener Fußballsonntag mit einer erneuten Aufstiegsfeier bei bestem Wetter ging nun zu Ende, eigentlich schade, dass wir solche Spielstätten in nächster Zeit nicht mehr besuchen werden.

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