Gastbericht: SC Fürstenfeldbruck - SV Mering 3:0 (3:0) PDF Drucken E-Mail
Berichte - Saison 13/14
Geschrieben von: Björn (Society Braunschweig)   

Landesliga Bayern Süd-West
Stadion: TechnoMarktStadion Fürstenfeldbruck
Zuschauer: ca. 150

Es war mal wieder so weit. Wie quasi jedes Jahr gings am ersten Oktober-Wochenende nach München, um genauer zu sein nach Gröbenzell zu den Kießlings, mit denen das Bräurosl-Festzelt unsicher gemacht werden sollte. Das konnte auch der Bundesliga-Aufstieg nichts dran ändern, es sei denn, das hatte ich mir von Bibi zusichern lassen, Eintracht würde an jenem Wochenende gegen 95+1 spielen. Insgeheim hatte ich für den Spieltag natürlich schon auf ein Heimspiel gegen Freiburg oder Hoffenheim gehofft, wobei wir uns nichts vormachen dürfen, der erste Bundesliga-Sieg nach 28 Jahren wäre legendär, egal gegen wen.

Es kam letztendlich so, dass an besagtem Spieltag das Gastspiel beim VfL Wolfsburg anstand. War ich anfangs gar nicht mal so unglücklich darüber, weil ich davon ausging, dass die Stimmung eh scheisse wird, weil viele Leute hinfahren die Eintracht noch nie auswärts gesehen haben, im Werk ne große Schnauze haben, diese aber im Gästeblock nicht aufkriegen und wir am Ende 3-0 verlieren, änderte sich diese Einstellung von Woche zu Woche, denn der Support des Teams war, auch von der breiten Masse, durch die Bank weg genial und fand seinen Höhepunkt im tränengeschwängerten “You´ll never walk alone” aus gut 15000 Kehlen beim Stand von 0 zu 4 gegen Stuttgart. Aber egal, ich hatte es versprochen und musste da nun durch. Und ich ging da ja irgendwo auch gerne durch, da ich mich natürlich schon riesig auf das Wochenende mit meinem Spezl Kießling und seiner Moni freute.

Als weiterer, wenn auch kleiner Trost wurde zum Hoppen dann das ehemalige “Stadion an der Klosterstraße” ausgewählt, wo am Samstag um 14 Uhr der SC Fürstenfeldbruck den Kontrahenten aus Mering empfing.

Bibi und ich starteten um 6 Uhr in BS und kamen genial durch, so dass wir noch eine gute Stunde im Löwenstüberl am 60er Trainingsgelände verbrachten, wo nach 2 Hellen die für München inzwischen ja fast schon traditionelle feierliche Autoschlüsselübergabe stattfand.

Stadion und Parkplatz in FFB waren auch ruckzuck gefunden, einzig das Wetter wollte uns etwas ärgern. Strömender Regen und Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad sorgten dafür, dass der Spielbesuch fast noch einem Besuch in einem bayrischen Trachtengeschäft zum Opfer gefallen wäre, Madame und ich hatten uns ja letztes Jahr Dirndl und Lederhose zugelegt, bei meinem Dress fehlt aber noch die dazugehörige Jacke und ich wollte am nächsten Tag nicht mit Eintracht-Puma-Pulli zur Tracht auflaufen. Guter Rat war nun teuer, eine längere Diskussion mündete letztendlich in der Frage “Mann oder Memme?” Die Vorfreude auf einen genialen Ground mit zwei überdachten Tribünen (1x komplett Sitz, 1x komplett Steh) ließ die Nadel aber in Bruchteilen von Sekunden zu Antwort Nummer 1 ausschlagen und so saßen wir um kurz vor 14 Uhr mit zwei halben Litern König Ludwig auf unseren Plätzen.

Wir wurden nicht enttäuscht. Zwar setzte sich der Anhang der Gastgeber lediglich aus Jugendspielern, Angehörigen und Rentnern zusammen, dafür besetzten abgezählte 11 Meringer Fans die Traversen auf der gegenüberliegenden Seite. Und die wussten durchaus zu gefallen. Megafon, Zaunfahne und 2 Schwenkfahnen hatten die Jungs im Gepäck und unterstützen ihr Team (natürlich top unterstützt vom Tribünendach) in vorbildlicher Art und Weise.

Der Gast aus Mering hatte einen ordentlichen 5. Platz in der Tabelle vorzuweisen und war damit beim Vorletzten klar in der Favoritenrolle. Man gut, dass zum Eintritt das “Hefterl” für lau mitgereicht wurde, man hätte es nämlich durchaus auch andersrum vermuten können. Der SCFFB zeigte von Beginn an, dass man den Abstiegskampf angenommen hat und spielte munter nach vorne. Lediglich die nötige Fortune fehlte zum frühen Führungstreffer. Mering kam ab und an zu Entlastungsangriffen, die Hintermannschaft des SC hatte das Ding aber voll im Griff. Ich war mitunter auch etwas neidisch. Jeder der selbst schon mal bei Fritz-Walter-Wetter im “Fight Club Innenverteidigung” mitgemischt hat, weiß wie geil es ist, eine Grätsche anzusetzen, eine gefühlte 20-Meter-Furche durch den Rasen zu ziehen und im Optimalfall sogar noch dem Gegner den Ball weggespitzelt zu haben. Dies wurde hier par excellence präsentiert. Belohnt wurden die Gastgeber für ihren Einsatz aber erst in Minute 30. Jerome Faye (optisch eine Mischung aus dem jungen Bob Marley und…ääähm….joa…dem jungen Bob Marley) brachte das Leder nach einer schönen Einzelleistung im gegnerischen Gehäuse unter.

Der Meringer Anhang nahm dies zum Anlass noch mal ein bisschen aufzudrehen. “Egal wie weit - ob es stürmt oder schneit - SV Mering olé” wurde gesungen, und auch das 2-0 5 Minuten später konnte den Gesängen nichts anhaben. Wieder war Faye mitten im Geschehen, sah den besser postierten Dzafic und konnte kurz darauf den nächsten Scorerpunkt für seinen Lebenslauf bzw. seine Playlist notieren.

Mering versuchte nun, das Ding halbwegs passabel in die Pause zu retten um nach dem Seitenwechsel noch mal anzugreifen, hatte die Rechung aber ganz offensichtlich ohne die Schiedsrichterin Knauer gemacht, die nach 44 Minuten ohne für mich wirklich ersichtlichen Grund auf den ominösen Punkt zeigte. Kapitän Rodenwald nahm das Geschenk dankbar an.
Sensationell !!

Aber nicht nur ich war hin und weg, auch die Verantwortlichen des SC feierten bereits die Wiederauferstehung ihres Vereins. Anders ist es nicht zu erklären, dass ich auf dem Weg zur Bierbude belauschen durfte, wie SC-Vize Antonio de Gorga den Vertretern der örtlichen Gazetten in die Notizhefte diktierte, dass “ich sofort zurücktrete wenn wir das Ding noch verlieren”. Scheint im Fussball noch nicht viel erlebt zu haben, der Gute.

Die zweite Hälfte hielt leider nicht das, was die erste versprochen hatte. Nach einer kurzen Startoffensive der Gäste, die sang- und klanglos im Sande verlief, plätscherte das Spiel mehr oder weniger dahin, auch der Gästeanhang schwankte zwischen “Fahnen einrollen” und “bedingungslosem Support”. Zu meiner Freude entschied man sich für Letzteres und legte ein sehr abwechslungsreiches Liedgut aufs Parkett. Auf dem Platz passierte aber echt nicht mehr viel, was mir die Entscheidung, ab 15.30 Uhr die im Vereinsheim positionierte Großbildleinwand aufzusuchen, wo Bundesliga und damit unsere Eintracht (klingt immer noch komisch) gezeigt wurde, sehr leicht machte.

Nach Abpfiff gings flugs gen Auto, wo auf dem Weg nach Gröbenzell die Bundesliga-Konferenz und damit einhergehend das erste Führungstor der Eintracht in dieser Saison erlebt wurde.

Bei Kießlings wurde dann die zweite Halbzeit verfolgt, danach hieß es SIEG FEIERN, genialen Schweinsbraten made by Moni verspeisen, und danach mit Hacker-Pschorr wieder SIEG FEIERN, da konnten auch die bissigen Kommentare aus der Heimat via SMS und whats app nichts dran ändern Zwinkernd

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