Frei.Wild - Ruhig – Laut – Still - 28.12.2013 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Sonstiges
Geschrieben von: Sonja D.   

Konzert
Festhalle Frankfurt
Zuschauer: 13.500 (ausverkauft)

Als die Anfrage von Giovanne zwecks der Tour nach Newcastle kam, musste ich lange überlegen dort mitzureisen, entschied mich aber letztendlich doch meine Karte für das vorerst letzte Frei.Wild-Konzert in Anspruch zu nehmen. Da mir ein Kumpel die Karte besorgt hatte, bot ich mich im Gegenzug als Fahrer an. Nach dem ersten Frei.Wild-Besuch in Hamburg weiß ich ja schließlich auch, dass es nicht viel Sinn macht volltrunken Konzerte aufzusuchen Zwinkernd Während die Newcastle-Reisegruppe schon eineinhalb Tage unterwegs war, machte ich mich um kurz nach 14 Uhr auf den Weg. Zuerst sammelte ich Stefan in der Weststadt ein, dann ging es auf die Autobahn. Wir kamen Bestens durch, machten bloß 30 km vor dem Ziel einen kurzen Futterstopp. Die Festhalle ist aus unserer Richtung kommend perfekt gelegen, kaum von der Autobahn runter ist man schon vor der Halle.

Leider gibt es drum herum weit und breit kaum Parkplätze. Da es sich mittlerweile schön eingeregnet hat und mich die Fahrweise der scheinbar gehirnamputierten Einheimischen verrückt gemacht hat, entschieden wir uns für den sicheren, aber teuren Parkplatz im nahe gelegenen Parkhaus. Dieses gehörte zu einer ECE-Shopping Mall und durch diese mussten wir um zur Halle zu gelangen, dabei wurden wir besonders von älteren Personen kritisch beäugt und immer wieder konnte man Wortfetzen wie „Nazis“ oder „Rechtsradikale“ vernehmen, was von uns jedoch einfach nur gekonnt ignoriert wurde. Dabei entschlossen wir uns aber vorsichtshalber die Toiletten aufzusuchen, die hier „nur“ 50 Cent kosteten, dafür nehmen sie die Menschen bei den Parkgebühren aus Geld Hier traf man viele weitere Frei.Wild-Fans, auch einige bekannte Braunschweiger. Das nächste Problem stellte der Aufzug dar. Wir waren auf mittlerer Höhe des Gebäudes und wollten zum Ausgang im Erdgeschoss, also im Fahrstuhl auf „EG“ gedrückt. Dieser hielt in jeder beschissenen Etage, ignorierte jedoch komplett das Erdgeschoss und kurze Zeit später fanden wir uns im Dachgeschoss wieder. Nach einer weiteren Tour durch jede Etage hatte er jedoch Erbarmen und lies uns hinaus. Verplant wie wir sind hatten wir absolut keine Ahnung, wo wir jetzt lang müssen, also folgten wir einfach einer Gruppe in Frei.Wild-Bekleidung. Die Jungs fingen aber plötzlich an wild umher zu irren und hofften auf unsere Kenntnis des Weges. Ähnlich erging es der Truppe hinter uns, also machten wir uns alle gemeinsam auf die Suche. Wir wählten exakt den richtigen Ausgang, der uns auf kürzestem Weg zur Halle führte. Schon von weitem sahen wir einige Bengalos leuchten. So, ihr hattet Fußball, wir dafür die Pyrotechnik :-P Die nächsten eineinhalb Stunden verbrachten wir nun in der Schlange am Eingang, die Organisation dieses Konzertes lies hier ein erstes Mal zu Wünschen übrig. Der Regen wurde mal weniger, mal mehr, ganz hörte er jedoch nicht mehr auf. Zwischendurch zweifelten wir schon, ob hier wirklich ein Eingang sei, da es nur im Schneckentempo voran ging, alle paar Minuten ein oder zwei Schritte. Die ausgiebigen Einlasskontrollen könnten ein Grund für die lange Wartezeit sein, allerdings gab es 13 (!) Eingänge und die nur auf dieser Seite des Gebäudes... Ich wurde ordentlicher kontrolliert als an so manchem Stadioneingang. Musste dazu alle meine Oberteile präsentieren, damit die Ordnerin die Aufdrucke auf meinen Klamotten begutachten konnte. Sehe ich denn so böse aus??? Drinnen waren wir froh unsere Jacken im Auto gelassen zu haben und konnten uns direkt zu den Sitzplätzen begeben. Am Merchandising-Stand brauchten wir uns nicht mehr anstellen, denn die Gerüchte, die man vor der Halle vernehmen konnte, schienen sich zu bewahrheiten. Alle Konzertshirts wurden schon am Vortag beim eigentlichen Zusatzkonzert rausgehauen und so konnten heute keine mehr angeboten werden – wieder desolate Organisation! Im ersten Rang der Festhalle dann die nächste organisatorische Glanzleistung: Es wurden scheinbar wesentlich mehr Sitzplatztickets verkauft, als Plätze vorhanden waren und so blieb uns nur ein halbwegs vernünftiger Stehplatz hinter den Sitzplätzen übrig. Aber gesessen hat während des Konzertes heute sowieso niemand Cool

Aufgrund des Besucherandranges wurde um 20 Uhr noch nicht auf der Bühne losgelegt, sondern ein kurzes Tour-Video der Jungs gezeigt. Nach einer Live-Schaltung in die Kabine ertönte dann „Ein Erster Stiller Gruß“, das Intro des aktuellen Albums, um den Teil „Ruhig“ einzuleiten. In den ersten eineinhalb Stunden wurden mit Begleitung des Akustik-Orchesters nur Unplugged-Versionen des Albums Still gespielt, unter anderem „Verdammte Welt“, „Was Du liebst lass frei“, „Schenkt uns Dummheit, kein Niveau“, „Zeig große Eier und ihnen den Arsch“ und „Es gibt nicht nur den einen Weg“. Die Halle kochte bei diesem Part schon über und kaum einer konnte hierbei still stehen. Als man schon erwartet hatte, dass nun eine Pause eingelegt wird, nachdem jedes einzelne Mitglied des Akustik-Orchesters vorgestellt wurde und jeder ein kurzes Solo zum besten geben durfte, tauchten die vier plötzlich in der Mitte der Halle um eine Feuerstelle herum auf.

Frei.Wild Frankfurt 2013

Nur zum Klang ihrer Gitarren gaben sie sehr gefühlvoll „Sie hat Dir `nen Arschtritt gegeben“ und „Mehr als tausend Worte“ zum Besten. Zwar löste dies bei mir schon Gänsehaut aus, aber letztes Jahr beim Konzert in Hannoi hat mich diese Darbietung doch etwas mehr überzeugt. In der darauffolgenden Pause wurde die Bühne umgebaut und dann folgte der Teil „Laut“, mit einer Mischung aus Liedern sämtlicher Alben. Eingeleitet wurde dieser Part standesgemäß mit „Wir reiten in den Untergang“. Den Abschluss machte „Sieger stehen da auf, wo Verlierer liegen bleiben“. Dazwischen fast alle Klassiker, wie „Land der Vollidioten“, „Weil Du mich nur verarscht hast“, „Frei.Wild“, „Feinde Deiner Feinde“ und „Südtirol“. Die Stimmung in der Festhalle war durchgehend großartig!

Um 23:30 Uhr war der ganze Spaß dann nach einer sehr emotionalen Abschiedsrede von Philipp Burger dann leider schon vorbei. Es wurde noch „Wir sagen danke für all die ganzen Jahre“ über die Boxen gespielt, wobei der selbige es sich nicht verkneifen konnte ab und an selbst das Mikro in die Hand zu nehmen, aber als dann alle Lichter angingen war uns klar, dass wir hier heute keine Zugabe erleben werden. Es wurde „still“. Also wurde uns heute mal wieder „Wahre Werte“ als Liveauftritt verwehrt, schade. Alles in Allem trotzdem ein legendäres Abschiedskonzert, mal sehen für wie lange!

Frei.Wild Frankfurt 2013

Im Anschluss an das Konzert machten wir noch einen kleinen Abstecher in den Merchandising-Truck, in der Hoffnung hier vielleicht eines der begehrten Konzert-Shirts zu ergattern. Hier hieß es nur, die hätten wir drinnen bekommen, auch wenn dieses lediglich für den Vortag galt. Die Still-Becher zur Tour waren auch vergriffen, aber immerhin fand eine Dose des „teuersten Freibieres der Welt“ Frei*Bier den Weg in meine Vitrine und kann es sich dort nun neben den „Ultima Cervezas“ der Onkelz gemütlich machen. Den nächtlichen Parkhauseingang zu finden war etwas kniffliger, doch als wir hinter der unbeschrifteten Tür auf weitere Frei.Wild-Fans trafen waren wir uns sicher, hier richtig zu sein. Leider war der Aufzug scheinbar nur für einzelne, nächtliche Parkhausnutzer ausgelegt und so mussten wir hier erneut anstehen, da höchstens bis zu sechs Leute hinein passten. Auf Höhe unseres Parkdecks verließen wir den Fahrstuhl und mussten einen unbeleuchteten Weg entlang, der nicht ganz fertig ausgebaut aussah und aber dennoch zu unserem Auto führte. Und zwar direkt, denn die Tür des Nachteinganges war direkt gegenüber meines geparkten Flitzers. Am Kassenautomaten wurden unsere Befürchtungen war, 16,50€ hat uns der Spaß gekostet, echt unverschämte Preise. Im Dauerregen ging es dann gemächlich zurück gen Heimat, trotz Aquaplaning hatten wir kurz nach 4 Uhr wieder Braunschweiger Boden unter den Füßen.

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