German Darts Championship 02.02.2014 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Andere Sportarten
Geschrieben von: Sonja D.   

German Darts Championship
Hildesheim Halle 39
Zuschauer: ?

Die Idee kam uns, als wir Anfang des Jahres das WM-Finale im Dart geschaut haben: Wir wollen auch einmal live dabei sein. Da kam die „German Darts Championship“ in Hildesheim genau richtig, dank des Freitagabendspiels gegen die Dortmunder war dies auch super mit Eintracht vereinbar. Diese Veranstaltung ist jedes Jahr das erste von acht Turnieren der PDC European Tour und findet von Freitag bis Sonntag statt. Das Teilnehmerfeld besteht aus den ‚Top 16 Pro Tour Order of Merit‘, also den besten Spielern der Pro Tour der vergangenen 365 Tage. Zusätzlich gibt es drei Qualifikationsturniere. Beim UK Qualifier werden 20 Spieler aus Großbritannien ermittelt, beim European Qualifier acht europäische Teilnehmer, die nicht aus dem Teilnehmerland stammen. Der Host Nation Qualifier bringt vier Teilnehmer aus dem Ausrichtungsland hervor.

Wir hatten uns also rasch zwei Sitzplatztickets für den Finaltag im Innenraum gegönnt. Wie wir später erfuhren, würde Effi auch anwesend sein, allerdings auf den Tribünenplätzen. Wir waren nur wenige Minuten nach Beginn des Einlasses vor Ort, jedoch erwartete uns schon eine elendig lange Schlange am Eingang. Zu Zweit war es aber dennoch möglich einigermaßen vernünftige Plätze zu ergattern, von denen aus man eine gute Sicht hatte. Die Dartscheibe konnte man generell kaum erkennen, da die Spieler ja davor stehen, diese wurde dafür auf mehreren Monitoren angezeigt. Am Tisch glücklicherweise nicht auf Hannos getroffen, sondern auf weitere Braunschweiger, sowie einen Dortmunder und einen Bremer. Beide Fans der letzten Gegner unserer Eintracht und so hatte man gleich ein Gesprächsthema. Effi konnte sich beim Einlass mehr Zeit lassen, da die Tribünenplätze nicht ganz so beliebt waren. Aber pünktlich zu Beginn der Veranstaltung konnten wir ihn und seinen Gladbacher Kollegen erblicken. Als Moderator heizte Elmar Paulke (der Sport1-Kommentator für Darts) dem Publikum ein. Zu Beginn wurden die heutigen Einlaufgirls vorgestellt, auch der erste verkleidete Spaßvogel bekam seinen Auftritt auf der Bühne. Wenn man sich das Publikum so ansah, kam man sich fast vor wie an Karneval, überall verkleidete Menschen! Gespielt wurde im Format „best of 11 legs“, also gewann der Spieler, welcher zuerst sechs Legs für sich verbuchen konnte.

Die deutschen Teilnehmer sind leider nicht über die erste Runde am Freitag hinausgekommen. Peter Wright, der Vorjahressieger und WM-Finalteilnehmer, musste sich bereits in der zweiten Runde gegen Wayne Jones geschlagen geben. Phil Taylor und Simon Whitlock waren für dieses Turnier leider gar nicht gesetzt. Dafür gab es Becher mit dem Konterfei der beiden, sowie dem von Adrian Lewis käuflich zu erwerben.

Den Anfang machte heute der frische Weltmeister und Erster in der Weltrangliste, „Mighty Mike“ Michael van Gerwen. Da ich die Holländer im Sport generell nicht ausstehen kann war ich auf der Seite seines Gegners, Terry „The Bull“ Jenkins. Dieser verlor leider knapp mit 5:6. Darauf folgte das Match eines weiteren Holländers, dem jüngsten Titelträger der BDO, „The Matador“ Jelle Klaasen. Sein Gegner war „The Warrior“ Wes Newton. Selbe Ausgangslage, wieder verlor mein Favorit, dieses Mal mit 4:6. Der junge Belgier Kim „The Hurricane“ Huybrechts, war mein Favorit für das Match gegen „Darth Maple“ John Part. Doch wie ihr euch denken könnt, gewann der Kanadier dieses Match ziemlich klar mit 6:2. Im vierten Match konnte dann endlich mal ein persönlicher Favorit das Rennen machen. Justin Pipe, der wahrscheinlich langsamste Spieler, den die PDC je gesehen hat, konnte Paul Nicholson mit 6:4 bezwingen. Pipe wurde auch direkt zu Michas Lieblingsspieler, weil er nüchtern so aussehen würde, wie Micha mit zig Bieren intus. Sein Wurfstil animierte auch die ganze Halle zum anfeuern, jeder Wurf wurde mit einem langgezogenem „Heeeyyyy“ begleitet und Pipe genoss die Aufmerksamkeit und ging auf das Publikum ein. Es folgte ein weiteres Highlight des Tages, der fünffache Weltmeister Raymond van Barneveld alias „Barney“ gegen den jüngsten Doppelweltmeister der PDC, der die WM 2011 und 2012 für sich entscheiden konnte, „The Jackpot“ Adrian Lewis. Letzterer musste sich heute leider mit 6:2 geschlagen geben. Das nächste Aufeinandertreffen war Rakete gegen König, also „The Rocket“ Ronnie Baxter gegen „The King“ Mervyn King, welches der Dart-Opa Baxter mit 6:5 für sich entscheiden konnte. Beim vorletzten Aufeinandertreffen der dritten Runde verlor wieder mein Favorit und zwar ging das Match gegen „The Thorn“ Robert Thornton mit 6:3 an Ian White. Den Abschluss der dritten Runde machte Wayne „The Wanderer“ Jones, der sich mit 3:5 gegen „The Flying Scotsman“ Gary Anderson geschlagen geben musste.

Wir hatten Tickets für beide Sessions an diesem Tag, aber um die Tickets zu überprüfen mussten alle einmal die Halle verlassen umsich später wieder neu zu platzieren. Viele stellten sich direkt wieder in die Eingangsschlange, aber da Effi uns an seinem Auto Wolters versprochen hatte, zog es uns dorthin. Effi selbst und sein Kollege bevorzugten die Nahrungsaufnahme in einer nahe gelegenen Pizzeria, die wohl auf alles andere außer Pizza spezialisiert war, während Micha und ich das Bier besorgten. In der Pizzeria trafen wir dann nicht nur auf Effi, sondern auch auf die männlichen „Mädels“ im 80er-Jahre Gymnastik-Outfit, von denen wir zu Beginn des Tages schon einen auf der Bühne erblicken konnten. Kurz vor Beginn des Viertelfinales machten wir uns also erneut auf die Suche nach einem Platz in der Halle. Die beiden Fußballfans von heute Morgen wurden schnell wieder gefunden und hatten tatsächlich noch zwei Plätze für uns frei. Allerdings etwas weiter von der Bühne entfernt als heute Morgen. Dafür aber direkt neben dem Tisch von „Superman“, der dieses Mal einen kurzen Moment auf der Bühne bekam. Man merkte an der Stimmung in der Halle dass viele schon seit heute Morgen dabei waren und fleißig getrunken haben, aber das konnten alles keine Fußballfans sein. Denn immer wieder wurde „Saufen ist nur ein Mal im Jahr“ angestimmt, die armen Schweine, wenn dem wirklich so sein sollte ;-)

- Viertelfinale –
Als fast alle wieder auf den Plätzen waren ging es weiter mit dem Viertelfinale. Die Halle war noch besser gefüllt als heute Morgen und die Stimmung musste nicht erst aufkochen. Die ganze Halle feierte, leider musste ich als Fahrer heute nüchtern bleiben. Trotzdem ein schönes Erlebnis!

Van Gerwen 5-6 Klaasen
(1:0, 2:0, 2:1, 2:2, 2:3, 2:4, 3:4, 4:4, 5:4, 5:5, 5:6)
In der gleichen Reihenfolge wie heute Morgen starteten die Viertelfinalspiele. So kam es zu einem rein holländischen Match zu Beginn, welches Jelle Klaasen erstaunlicherweise für sich entscheiden konnte. Er bezwang den Weltmeister bei einem spannenden Aufeinandertreffen, indem die Führung immer wieder wechselte mit 6:5.

Part 3-6 Pipe
(0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 3:2, 3:3, 3:4, 3:5, 3:6)
Der allseits beliebte Justin Pipe sorgte dafür, dass sich John Part heute bereits nach dem Viertelfinale verabschieden durfte. Mit 3:6 konnte Pipe das Match für sich gewinnen.

Van Barneveld 2-6 Baxter
(0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 2:4, 2:5, 2:6)
Das Aufeinandertreffen von Ronnie Baxtor und Barney entpuppte sich als schnellstes Match des heutigen Tages. Baxtor durfte dank einem Treffer in das einfache Bull beginnen und jeder gewann zu Beginn die eigenen Legs. Im sechsten Leg schaffte Baxtor dann das Break und danach gelang Barny nicht mehr fiel, weshalb sich Baxtor alle weiteren Legs zu seinem Sieg holen konnte.

White 4-6 Anderson
(1:0, 2:0, 3:0, 3:1, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 4:5, 4:6)
Das Viertelfinale endete mit der Partie Ian White gegen Gary Anderson, welches „The flying Scotsman“ mit 4:6 gewann.
Ohne Pause ging es über zum Halbfinale.

-Halbfinale-
Klaasen 5-6 Pipe
(0:1, 0:2, 1:2, 1:3, 1:4, 2:4, 3:4, 4:4, 4:5, 5:5, 5:6)
Es war ein spannendes Match zwischen Pipe und Klaasen. Pipe durfte das erste Leg beginnen, da er beim zweiten Versuch das Bulls Eye traf, während die beiden Darts des Holländers weit neben das Bull gingen. Bereits im zweiten Leg gelang Pipe dann das Break, was ihm sein Gegner jedoch im dritten Leg nachmachte. Das vierte Leg begann für Klaasen wesentlich besser, doch Pipe konnte ihn einholen und holte sich auch dieses Leg. Im nächsten Leg zeigten die beiden jedoch, dass sie auch nur Menschen sind und nicht jede Aufnahme (also das Werfen der 3 Darts) perfekt läuft. Erst verfehlte Klaasen die Doppel 5, dann reichte es bei Pipe nur für die einfache 20. Klaasen traf nun die einfache 1 um sich Doppel 2 als Rest zu stellen, doch es reichte nur für die einfache 2 und anschließend nur die einfache 1, also blieb die 5 stehen. Doch auch Pipe hatte plötzlich Probleme die Doppelfelder zu treffen und so landeten die Darts außerhalb, in der einfachen 10 und in der einfachen 5. Mit der gleichen Ausgangsposition war Klaasen an der Reihe, doch er verfehlte nach dem erfolgreichen Wurf in die 1 die Doppel 2-Felder und seine Darts landeten außerhalb. Vielleicht hat er sich vom Publikum ablenken lassen, denn das war eindeutig auf der Seite des Engländers, der aber auch mit der siebten Aufnahme das Leg nicht beenden konnte. Und so nutzte Klaasen die nächste Chance und traf korrekt. Jetzt schien das Nachwuchstalent aufzuwachen und holte sich auch die folgenden beiden Legs zum 4:4. Jeder konnte noch ein weiteres Leg gewinnen, am Ende hat Pipe jedoch mit einem 12-Darter das entscheidende Leg beendet und wurde von der Halle dafür gefeiert.

Baxter 4-6 Anderson
(1:0. 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 4:5, 4:6)
Darauf folgte die Partie Baxter gegen Anderson, bei der wieder über drei Runden ausgebullt werden musste. Zu guter Letzt konnte sich Baxter mit einem einfachen Bull durchsetzen und hatte somit die bessere Ausgangslage. Die ersten acht Legs liefen nach Plan, sprich jeder gewann die Legs, die er selbst beginnen konnte. Doch das Publikum wollte hier unbedingt Anderson als Sieger von der Bühne gehen sehen und feuerte ihn kräftig an. Genau wie bei Pipe waren sich hierbei so gut wie alle einig! Dies schien zu wirken und im neunten Leg holte er sich das Break und konnte im zehnten Leg das Spiel für sich entscheiden.

Also kam es zum Traumfinale Pipe gegen Anderson. Micha hat dies bereits zu Beginn des Viertelfinals vorausgesagt, aber Effi hatte leider kein Guthaben mehr und so vergab er Michas Chance auf die Million ;-) Jeder in der Halle hatte nun seinen eigenen Favoriten erkoren und die Stimmung spaltete sich daher ein wenig, da die einen mehr für Pipe und die anderen mehr für Anderson gesungen haben.

- Finale –
Pipe 5-6 Anderson

(1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 3:2, 4:2, 4:3, 5:3, 5:4, 5:5, 5:6)
Nach kurzer Erholungspause für Anderson startete das Finale des heutigen Tages. Kein Regisseur hätte dieses Finale spannender schreiben können. Eine Dreiviertelstunde lang lieferten sich die
beiden ein spannendes Match bei dem die Führung hin und her wechselte. Pipe durfte das erste Leg beginnen und hatte somit die bessere Ausgangslage. Doch bereits im dritten Leg holte sich Anderson das Break. Nach dem achten Leg schien es ein klares Ergebnis für Pipe zu werden. Doch er patzte und lies Anderson auf ein 5:5 herankommen. Beim Stand von 5:4 hatte Pipe noch 164 offen. Er traf die Triple 20, dann Triple 18 aber verfehlte mit dem letzten Dart das Bullseye ganz knapp, welches ihm den Gesamtsieg eingebracht hätte. Anderson konnte seine Chance aber ebenfalls nicht nutzen und verfehlte erst die Doppel 7, traf die einfache 3, aber konnte den Pfeil nicht in der doppelten 2 unterbringen. Also hatte Pipe tatsächlich noch weitere drei Matchdarts doch er verfehlte die doppelte 8 und traf dann außerhalb, der letzte Dart traf lediglich die einfache 8. Anderson konnte dieses Leg nun mit einer Doppel 1 ausmachen und es ging in das entscheidende elfte Leg. Da Pipe beginnen durfte hatte er die besseren Voraussetzungen. Doch auch das letzte Leg des Tages ging kein Stück weniger spannend von statten. Anderson hatte bei seiner vierten Aufnahme noch 56 offen. Er traf die 16, der zweite Dart ging über die Doppel 20 und dann traf er nur die einfache 20. Die ganze Halle fieberte mit und hielt die Luft an. Also eine weitere Chance für Pipe die Siegprämie mitzunehmen. 24 ist doch machbar, sollte man meinen. Doch er traf zunächst die einfache 12, dann außerhalb und dann ging der Wurf komplett daneben und schlug in der 10 ein. Anderson behielt die Nerven und ihm reichte ein Dart in die Doppel 10 für den Sieg. Die beiden wurden noch ein wenig von den Zuschauern gefeiert, beide haben es verdient, aber dem einen hätte man es vielleicht mehr gegönnt.

Bleibt nur zu sagen *gröhl* Justin, Justin Pipe, Justin Pipe, Justin, Justin Pipe *gröhl* und dies wird sicher nicht unser einziger Besuch einer Darts-Veranstaltung bleiben…

Share
 

Kommentar hinzufügen

Ihr Name:
Titel:
Kommentar:
  Sicherheitscode zur Prüfung. Nur Kleinschreibung. Keine Leerzeichen.
Sicherheitscode-Prüfung: