Saisonrückblick 2013/14 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Saison 13/14
Geschrieben von: Torsten   

Saisonrückblick 2013/14
1.Bundesliga

Das war sie also, die erste Bundesliga. Wie von allen erwartet und einigen befürchtet, endete unsere erste Bundesligasaison nach 28 Jahren mit dem Abstieg. Was bleibt aber von einer Saison in der man sich als kleiner „Pissverein“ mit den großen in Deutschland messen durfte?

Zum Teil Ernüchterung und Enttäuschung da es durchaus möglich gewesen wäre die Klasse zu halten. Nie war es so einfach und noch nie reichten weniger Punkte um den 16. und damit Relegationsplatz zu erreichen. Nürnberg und der HSV taten alles um uns bis zum letzten Spieltag die Chance auf eben diesen Platz 16 zu erhalten. Nutzen konnten wir sie letztlich nicht da unsere Offensive wie schon die ganze Saison zu schwach war um die nötigen Tore zu erzielen. Blutleere Auftritte wie gegen Stuttgart daheim (0:4) oder in Berlin beim Mitaufsteiger Hertha (0:2) gab es dann leider zu viele. Über die anderen, längst vergessen geglaubten Gruselauftritte unserer Eintracht breiten wir hier mal den Mantel des Schweigens… Mit 7 sieglosen Spielen zu Beginn und 5 Niederlagen am Ende darf man sich auch nicht wirklich beschweren, dass es wieder eine Etage tiefer geht.

Waren wir die letzten Jahre mehr oder weniger vom Verletzungspech verschont geblieben, holte es uns ausgerechnet in der Bundesliga ein. Kumbela verletzte sich noch in der Aufstiegssaison und lief dann lange seiner Form hinterher. Die Neuzugänge Hochscheidt, Oehrl und Caligiuri verletzten sich neben anderen und fielen lange aus. Simeon Jackson erwies sich gar als Bundesliga untauglich und wurde schon während der laufenden Saison wieder abgegeben. Dazu kam die Unerfahrenheit (wo sollte sie auch herkommen?) und dadurch resultierende Fehler. Kontertore nach Abschlägen des gegnerischen Torwarts wie z.B. gleich im ersten Spiel gegen Bremen oder im Heimspiel gegen Bayern. So verhalf man wenigstens TW Raeder zu seinem ersten Scorerpunkt. Dumme Elfer wurden verschuldet wie der von Davari in Stuttgart oder der von Correia zum 1:1 in Leverkusen.

Dazu kommt ein in meinen Augen besonderes Spiel, leider. Die 1:2 Niederlage in Nürnberg. Ein ganz starker Auftritt unserer Eintracht endete quasi im Debakel. Super erste Halbzeit gespielt, Rot für Nürnbergs Nillson (32.), 1:0 Führung Kumbela (34.), Elfer für Eintracht – verschossen durch Kumbela in der 41. Zur Pause hätte man die 3 Punkte schon im Sack haben müssen! Doch dann pennt unsere Truppe direkt nach Wiederbeginn und fängt sich zwei Buden in der 46. + 47. Minute – unfassbar. Als man in Minute 63 durch einen erneuten Elfer die Chance auf den Ausgleich bekommt versagen diesmal bei Bicakcic die Nerven. Das auch noch die Nürnberger einen Elfer verschossen (stark gehalten von Petkovic, 68.) tröstet kaum. Letztlich geht das Spiel als erstes Bundesligaspiel mit 3 verschossenen Elfmetern in die Bundesligageschichte ein.

Dazu kam teilweise auch noch echtes Pech. Wenn der Ball kurz vor Spielschluss vom Innenpfosten direkt in die Arme von Torwart Weidenfeller anstatt über die Linie springt, kann kein Stürmer der Welt etwas dafür. Statt 2:2, einen Punkt und ein Achtungserfolg gegen den BVB im ersten Heimspiel 2014 nur eine 1:2 Niederlage und Null Punkte. Im Heimspiel gegen Schalke bekommt man nach starker Leistung und zweimaliger Führung das entscheidende 2:3 in der 91.Minute. Ähnliches im letzten Heimspiel gegen Augsburg. Khelifi hat in der 89. Minute den 1:0 Siegtreffer auf dem Fuß. Nur ein sensationeller Reflex von Augsburgs Schlussmann Hitz verhinderte den Einschlag. Stattdessen fängt man sich noch einen Konter zum 0:1 in der 94. Minute durch Bobadilla.

Nach Spieltag 7 war man mit einem Punkt und einem Torverhältnis von 3:18 der schlechteste Tabellenletzte ever ever ever… Wenn man das bis jetzt so liest könnte man von einem schwarzen Jahr voller Trostlosigkeit und Trübsal sprechen. Doch dem ist beileibe nicht so!

Neben den mehr oder weniger schwachen Auftritten gab es nämlich auch die kleinen Perlen, diese Highlights, die einem wieder Hoffnung gaben das es vielleicht ja doch reicht für unser Ahntracht im Konzert der Großen ein paar Töne mit zu spielen. Eigentlich machte schon der erste Auftritt gegen den SV Werder Bremen, der unglücklich mit 0:1 verloren wurde, Mut für die weitere Saison. Der erste Bundesligasieg ausgerechnet bei dem ungeliebten Nachbarn aus der Stadt bei Fallersleben war dann schon mal ein echtes Bonbon. Für die Tierart weit unterhalb eines erhabenen Löwen ist ein Spiel gegen uns ja was Besonderes. Dies machten sie dann auch mit einer zugegeben recht ordentlichen Choreo deutlich und begrüßten uns zum „Schnupperkurs Bundesliga“. Umso schöner das wir dann mit 2:0 in deren Arena siegten und sportlich wie auch auf den Rängen zeigten wer die Nummer eins der Region ist.

Fangen wir mit der Stimmung im Tempel an. Ich selber habe noch nie über eine ganze Saison über so eine gute Stimmung erlebt wie diese Saison bei uns! Natürlich gab es auch diesmal Schwankungen aber insgesamt war es einfach jedes 2te Wochenende richtig geil bei uns. Das mag an der von vornherein geringen sportlichen Erwartungshaltung oder der großen Dankbarkeit an den Aufstieg im Allgemeinen gelegen haben, Selbstverständlich ist es aber nicht.

Wer beim Heimspiel gegen Stuttgart dabei war, wird wohl nie wieder die Gänsehautstimmung bei „You never walk alone“ vergessen. Endlich mal nicht vom Band eingespielt sondern aus der Kurve erfasste es das ganze Stadion und ich bekomm jetzt noch ne Gänsepelle wenn ich nur dran denke.

Die Choreo gegen Bremen und natürlich im Derby gegen Hannoi waren aller erste Klasse und werden bestimmt schon viele Desktops verschönern. Überhaupt DAS Derby! Zeigte man schon im Hinspiel wo der Hammer hängt zerlegte man das Pack im Rückspiel nach allen Regeln der Kunst – fantechnisch und sportlich! Der 06. April 2014 war alleine den Aufstieg wert. 3:0 durch Kumbela, Nielsen und Hochscheidt. Dazu noch eine Rote für den Gästekicker Hoffman für ein wirklich sehr schönes Frustfoul, was will man mehr. Hoffen wir, dass das nächste Derby nicht zu lange auf sich warten lässt.

Die Spiele gegen Wob waren auch absolut ok, keines wurde verloren und mit dem 2:0 dort gab es sogar den einzigen Auswärtssieg zu bejubeln. So wurde nebenbei auch noch die „Niedersachsenmeisterschaft“ klar gemacht, mir eigentlich egal aber wenn die anderen nicht wollen…

Das 4:2 gegen den großen HSV war auch überragend, hielt es doch die Hoffnung am Leben und die Vorarbeit von Bellarabi zum 4:2 war grandios. Kumbelas Fallrückzieher zum 3:1 gegen Mainz (Tor des Monats in der Sportschau) oder eine Woche später Reichels volley Hammer zum 1:0 in Leverkusen waren durchaus gehobene Fußballkost.

Kurioses gab es auch reichlich. Neben den drei verschossenen Elfern im Frankenland vor allem die beiden Torwart Eigentore im Heimspiel gegen Gladbach. Wobei hier die Bude von Gladbachs Marc Andre ter Stegen klarer Punktsieger gegen das unglückliche Tor von Davari ist. Gleich zweimal traf man auf stumme gegnerische Fanlager. Im ersten Auswärtsspiel der Saison in Dortmund boykottierte die Heimszene aufgrund eines Polizeieinsatzes und so waren die 8000 Braunschweiger Herr im Hause Westfalenstadion. Schade dass grade im Derby der harte Kern aus der Landeshauptstadt aufgrund der Karten- und Anreisepolitik des Hrn. Kind protestierte (was aber durchaus verständlich ist).

Unsere Auswärtsauftritte sorgten meistens für gute Stimmung und brachten dem Verein etliche Sympathiepunkte. Wer die Berichterstattung verfolgt hat oder auch mal in diversen Foren im Netz surft wird wissen was ich meine. Ca. 6000 Braunschweiger zum Finale in die Ödnis nach Sinsheim schafft auch nicht jeder Aufsteiger und selbst der mieseste Gästeblock der Bundesliga in Freiburg wurde ausverkauft. Als das kleine Mädchen nach dem Abstieg Lieberknecht eine Rose in die Hand drückt und der komplette Gästeblock noch minutenlang feiert sagt eigentlich alles über unsere Fanszene.

So bleibt trotz der Enttäuschung über die verpasste Relegation bei mir in erster Linie Stolz und Dankbarkeit für das Jahr Bundesliga.

Danke an die Mannschaft, dass sie es bis zum Schluss spannend gehalten hat und es eben nicht wie von vielen erwartet schon seit Wochen nur noch um die goldene Ananas ging.

Danke an Torsten Lieberknecht und das restliche Trainerteam, dass sie dieses Jahr überhaupt erst ermöglicht haben.

Danke an Marc Arnold und die Anderen Verantwortlichen aus dem Management, das die Mehreinnahmen eben nicht hirnlos verbrannt wurden sondern sinnvoll in die Strukturen des Vereins gesteckt wurden und hoffentlich weiter werden.

Nun gilt es sich weiter im Profifußball zu etablieren und vielleicht in ein paar Jahren wieder an das Tor zu Bundesliga an zu klopfen.

EINTRACHT IST ALLES!

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