SC Freiburg - Eintracht Braunschweig 2:0 (1:0) 12.04.2014 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Saison 13/14
Geschrieben von: Sonja D.   

1.Bundesliga
Stadion: Mage-Solar-Stadion
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)

Lange hatten wir die Planungen für die Fahrt ins Breisgau vor uns hergeschoben, wurden wir zwecks Mitfahrgelegenheit für uns beide einfach nicht fündig. Die einen verweilten das gesamte Wochenende im Süden, viele andere wollten ebenfalls über Nacht bleiben, um nicht die 1.200 km an einem Tag abzudrücken. Für mich nachvollziehbar, da ich selber auch nicht gewillt war zu fahren, dennoch hinderlich für unsere eigene An- und Abreise. Da sind wir auf ein Angebot gestoßen: Auf einer Website für Busreisenvergleiche gab es das DB Spezial Angebot: Für IC/ICE-Verbindungen nur 29€ pro Person, allerdings erst 7 Tage vorher buchbar. Also Freitagnachts um 0 Uhr online gewesen und Zugverbindungen herausgesucht. Die Direktverbindung nach BS gab es leider zu den Zeiten nicht, zu denen wir reisen mussten. Also hatte Micha kurzerhand die Idee Verbindungen von BS nach Karlsruhe oder ab/bis Hannover rauszusuchen. So kamen wir an unsere ICE-Tickets für 58€ hin und zurück.

Das bedeutete aber auch mitten in der Nacht aufzustehen um die Straßenahn zum Bahnhof zu bekommen, dort das NDS-Ticket zu kaufen und darauf zu warten das der Bäcker öffnet um Frühstück in fester Form zu besorgen. So ging es ganz entspannt in die verbotene Stadt wo wir wiederum fast eine Stunde Aufenthalt hatten, den wir mit weiterer Proviantbesorgung verbrachten. Pünktlich um 07:41 Uhr startete dann der ICE gen Freiburg. Für die Sitzplatzreservierung waren wir zu geizig und mussten uns ein Abteil mit drei Asiaten teilen, die einen solchen Aufpreis für ihre Tickets hatten, wobei die Bahn nicht in der Lage war diese reservierten Plätze ordnungsgemäß auszuschildern. Die Fahrt verbrachte ich damit, mich in das WLAN der Bahn einzuloggen, was mich vor einige Hürden stellte und kurz vor Ankunft versuchten wir unser Glück bei den restlichen Onkelz-Tickets, welche an diesem Tag online veräußert wurden. Leider wieder erfolglos Stirnrunzelnd

In Freiburg mit Giovanne in einem Biergarten verabredet, welcher sich in der Herrenstr. befinden sollte, Google schlug uns in der Gegend jedoch nur die Hermannstraße vor, wir hielten dies indes für betrunkenes Unvermögen. Als wir das Lokal erreicht und Plätze eingenommen hatten, um uns über Scheunemann lustig zu machen, zeigte dieser uns jedoch das Straßenschild – Verdammt! Google 0:1 Giovanne. Am Nebentisch war eine lustige Truppe Baseler und man traf sich hier noch mit der Autobesatzung von Torsten und Nele. Gemeinsam machten wir uns einige Zeit später gemeinsam auf den Weg zur Straßenbahn, welche uns zum Stadion bringen sollte. Dies war jedoch kein einfaches Unterfangen und so trennte sich die Gruppe unfreiwillig und bestieg eine bereits übervolle Straßenbahn. Großer Unterschied zu Straßenbahnfahrten in BS rund um Heimspiele: Hier hatte nicht eine einzige Person ein Bier in der Hand und gegröhlt wurde hier auch nix. Im Stadion festgestellt, dass sich am Gästeblock seit dem letzten Aufeinandertreffen hier kaum etwas verändert hat und man hat sich Plätze gesucht, von denen man einigermaßen vernünftige Sicht hatte.
Mir der gleichen Startelf wie im siegreichen Derby eine Woche zuvor begannen die Braunschweiger. Passend dazu der Schlachtruf „Derbysieger olé“ aus dem Gästeblock. Beide Mannschaften zeigten von Beginn an, dass sie heute mit aller Macht um die Punkte kämpfen werden. Doch bereits in der achten Minute wurden die Hoffnungen des Braunschweiger Anhangs gedämpft. Der Abwehrversuch von Vrancic Richtung Tor überraschte Davari und ging ins eigene Netz. Das gab den Hausherren Aufschwung und die Gäste schienen immer verunsicherter. Dann wurde in der 26. Minute auch noch Toptorschütze Kumbela verletzt ausgewechselt. Die Löwen blieben ihrer defensiven Aufstellung treu und sorgten damit dafür, dass es nur bei Torchancen der Freiburger blieb. Nach vorne passierte bei den Gästen nicht sehr viel. Erst als zu Beginn des zweiten Durchgangs ein Weitschuss des gegnerischen Kapitäns von Bicakcic unhaltbar ins eigene Netz abgefälscht wurde, schalteten die Braunschweiger auf Angriff um. Doch das brachte nun auch nichts mehr.

Enttäuscht und fast schon wieder nüchtern ging es für uns zur Straßenbahn. Die Cops wollten uns erst aufhalten und nur die Personen durchlassen, welche zu ihren Autos wollten, doch auf unsere Nachfrage wie lange es denn noch dauern würde, bis wir mit Begleitung gehen dürften bekamen wir die Antwort: „Gehen Sie doch lieber alleine“. Wieder rein in eine voll Straßenbahn und bei den Einheimischen erkundigt, wie viele Stationen es zum Bahnhof seien. Dort angekommen feststellen, dass wir doch den ICE eine Stunde früher bekommen hätten. Aber so hatten wir noch Zeit für Nahrungsaufnahme und Getränkeversorgung. Einen kurzen Sprint durch die Innenstadt für ein Softeis später warteten wir wieder am Gleis auf unseren Zug. Anhand der Anzeige positionierten wir uns so, dass die Abteile der zweiten Klasse direkt vor uns halten sollten. Bei unserem Glück fuhr der Zug jedoch genau umgekehrt in den Bahnhof ein und wir stiegen in der ersten Klasse ein und uns bleib nur übrig, uns Plätze im Bordbistro zu sichern. Was sich hinterher jedoch als Glücksfall herausstellte. Man hatte schon Bedenken Rauti Konkurrenz zu machen und in Hamburg aufzuwachen Cool In das Bordbistro gesellten sich jedoch noch weitere Eintracht-Fans und es kam zu netten Gesprächen. Im Bahnhof Mannheim entschied sich der Lokführer dann in die Richtung weiterzufahren, aus der wir gekommen sind, was die Reisenden ein wenig irritierte. Die Bahnmitarbeiter kommentierten das mit „wir fahren doch immer so“ aber der Lokführer schien Zeit aufholen zu müssen und gab richtig Gas. In Frankfurt stiegen dann einige Flugreisende hinzu, die aus ihrem Urlaub kamen. Einer davon hieß Mats, der nach acht Monaten freiwilliger Arbeit aus Bolivien zurückkam und erst einmal über die Veränderungen im deutschen Fußball aufgeklärt werden musste („Braunschweig, zweite Liga,richtig?“). Mit seiner Gitarre wurde er direkt ins Bordbistro gelockt und einige Gerstensäfte sicherten uns seine musikalische Unterstützung. Während Mats noch versuchte neue Melodien auf der Gitarre einzustudieren sprach sich das im Zug herum und immer mehr Eintrachtfans kamen hinzu. Dann wurde lauthals „Willst Du mit mir Drogen nehmen“ geträllert, wobei Micha und ich scheinbar die einzigen waren, für die der Text ganz neu war. Selbst Mats hat in Boliviern davon gehört! Die Stimmung war super, auch die Nicht-Fußballfans waren sichtlich amüsiert bis die Stimmung binnen Sekunden kippte, als ein paar Harzer es mit „Braunschweig asozial“ maßlos übertreiben mussten und das gesamte Abteil eine Bier- und Wodkadusche bekam. So schnell wie die Jungs, teilweise nur noch mit Unterhose bekleidet, da waren, waren sie auch wieder verschwunden und wir blieben zurück in einem tropfenden Abteil mit verärgerten Zugfahrern. Man hatte aber erkannt, dass wir nix für das Chaos können und wir durften bleiben, lauschten den Geschichten von Mats und kamen mit einem Bremer ins Gespräch der ganz alleine unterwegs war. Auch er bekam noch die Gelegenheit sich für seine Bremen-Fans zu entschuldigen, weil zwei Halbstarke die gesamte Kaffeemilch des Zuges geklaut und getrunken haben. Das Zeug bleib zumindest solange drinnen wie sie das Bordbistro belagerten und dann stieg auch noch mindestens ein Fan von Wacker Burghausen hinzu und man konnte sich gegenseitig bemitleiden Zwinkernd In Hannoi den Ausstieg nicht verpasst und den Zug gen Heimat erwischt. In einem Zug älteren Modells ging es nach Hause, leider mit der roten Pest an Bord, aber immerhin Sitzplätze. Ein paar Beleidigungen später verließen diese Jungs unser Abteil und für uns ging ein langer, enttäuschender Tag zu Ende.

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