Böhse Onkelz - Nichts ist für die Ewigkeit - 20.06.2014 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Sonstiges
Geschrieben von: Sonja D.   

Konzert
Hockenheim-Ring
Zuschauer: 100.000 (ausverkauft)

Tagebuch zur Erfüllung eines Jugendtraums!

31.01.2014

Die Onkelz geben bekannt, dass sie wieder zueinander gefunden haben und ein Reunion-Konzert geben. Im ersten Moment weiß ich nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Immerhin dachte ich bei den Onkelz immer, dass sie ihre Entscheidungen konsequent durchziehen und dazu würde gehören, dass es 2005 ein Abschied für immer war. Auf der anderen Seite, war es mir als Lämmchen der Elche nicht vergönnt die Onkelz als Jugendliche live zu sehen und hätte so endlich die Chance dazu…

07.02.2014

Der Online-Kartenverkauf ist heute gestartet. Wie von Eventim gewohnt, war ich 15 Minuten vor Beginn des Verkaufes online, musste dann aber enttäuscht feststellen, dass ich nun schon in einer Warteschleife hing: 45- 60 Minuten Wartezeit gab Ticketmaster an. Dabei sollte der Verkauf doch erst um 10 Uhr starten, warum beginnt die Warteschlange dann eher??? Eine knappe Stunde später wird verkündet, dass dieses Konzert ausverkauft ist. Fuck, keine Karten erhalten.

10.02.2014

Es wird am Samstag ein Zusatzkonzert geben, heute gehen die Karten in den Verkauf. Dieses Mal bin ich schlauer und bis schon 2h eher online, allerdings hänge ich bereits jetzt in der Warteschlange. Dieses Mal kann ich vier Karten in den Warenkorb legen, doch beim letzten Bestätigen kann die Seite nicht angezeigt werden. Ein neuer Versuch auf die Karten im Warenkorb zuzugreifen scheitert, kurze Zeit später wieder der Hinweis: Sold out! Dann eben ohne mich, ich war ja von dem Comeback eh nicht vollends überzeugt!

Zwei Monate später

Heute werden noch einmal Rückläufer angeboten, wir sind jedoch im ICE auf dem Weg nach Freiburg. Wieder klappt es leider nicht und die Karten sind vergriffen, bevor ich endgültig auf buchen klicken konnte. Auf meinen anschließenden FB-Aufruf bietet ein Bekannter eine Karte zum Normalpreis an, das reizt mich doch zu sehr und ich beschließe, das Konzert doch zu besuchen. Mitfahrgelegenheit bei Gió steht ja noch zur Verfügung.

Weitere zwei Monate später

Enttäuscht stelle ich fest, dass ich nicht immer an das gute in den Menschen glauben sollte und ich die Karte trotz Anzahlung wohl nicht erhalten werden Weinend Nun will ich aber unbedingt das Konzert besuchen und beobachte eBay. Der erneute Verkauf eines Restkontingents geht irgendwie an mir vorbei, hätte aber bestimmt wieder nix gebracht.

17.06.2014

Jippieh! Bei eBay eine Karte für Freitag unter dem Normalpreis geschossen. Das Konzert kann kommen Lachend

20.06.2014

Heute ist der Tag nun endlich gekommen. Als Abfahrtszeit wurde 9 Uhr bekannt gegeben, erschien mir reichlich spät, aber ich bin ja froh, dass ich mitgenommen werde. Pünktlich fahren wir in der Weststadt ab: Fahrer Tobias habe ich eben erst kennen gelernt, Gió, welche die erste Hälfte der Fahrt in Tobis Golf übernimmt, Stefan, wie immer mit einem Kasten Wolters bewaffnet und ich. Die Männer sind bereits „alte  Hasen“ was Onkelz-Konzerte angeht, für uns Mädels ist es heute das erste Mal.

Seit gestern Abend stieg die Anspannung bei mir immer mehr: Werden meine Jugendträume wahr oder werde ich enttäuscht sein von dem Abend?! Jetzt bleibt nur noch abwarten. Trotz Staumeldungen kommen wir super durch, je näher wir Hockenheim kommen, desto mehr Onkelz-Fans belagern die Rasthöfe und Parkplätze und bei Kirchheim wechseln die Fahrer die Plätze. Gegen 15 Uhr dann Stau bzw. stockender Verkehr. So nah und doch so fern, immerhin sind wir kurz vor Hockenheim. Und wen trifft man bei dieser Begebenheit auf der Autobahn: Der Wolters-Löwe in seinem Wolters-Mobil. Dank einiger mutiger Manöver unseres Fahrers  kommen wir weiterhin recht gut durch und nehmen direkt den ersten ausgeschilderten Park&Ride-Parkplatz. Allerdings war die Menschenansammlung an der Bushaltestelle ewig lang und so entschieden wir uns den 4km weiten Marsch zum Hockenheimring auf uns zu nehmen. Dabei sind wir auch in guter Gesellschaft, haben sich doch einige für die sportliche Variante entschieden. Im Wohngebiet, welches auf dem Weg liegt, stellt Tobias fest, dass er eben dieses Gebiet von seinem letzten Besuch des Hockenheimrings kennt. Verdammt! Wäre ihm das eher eingefallen hätte man auch hier parken können, schließlich gibt es hier massig freie Parkplätze. Die Anwohner haben sich hier scheinbar schon gewappnet, denn als Stefan es wagt einen der hohen Holzzäune eines Vorgartens anzufassen, hat er eine Rasierklinge in der Hand. Das hätte schnell in die Hose gehen können, zum Glück hat er es rechtzeitig gemerkt. Und dann sind wir endlich vor den Unterführungen zum Hockenheimring. Ich war die einzige mit einer Sitzplatzkarte, blöderweise auch noch für Block H, den äußersten der Sitzplatzblöcke. Dieser wäre jedoch direkt am Eingang gewesen, statt ihn zu betreten zog ich es vor mit den anderen den Merchandise-Stand aufzusuchen. Während wir anstanden um uns mit neuen Shirts auszustatten (leider waren Girlie-Shirts bereits vergriffen), klärte Tobias ob man auch mit meiner Karte in den Innenraum gelangen könnte. Das wurde verneint, wir sollten uns jedoch an das Organisations-Team wenden um der Frage auf den Grund zu gehen. Auch dort wurde mein Anliegen verneint und mir wurde lediglich angeboten einen Zettel mit meinem Tausch-Gesuch auszustellen. Dafür erntete ich die nächste Viertelstunde jedoch nur Hähme und so gingen wir zu dem offensiven Plan B über: Augen zu und durch. Cool Und siehe da, das einscannen der Karte ging reibungslos von statten und ich befand mich zusammen mit den anderen auf dem Weg zum Innenraum. Nach den Scannern gab es auch noch eine edle Konzertkarte für die Sammlung als Ersatz für die häßlichen, bunten Ticketmaster-Tickets. Jetzt wollte Gió noch den Typ aus dem e.com-Forum treffen, der ihr zu ihrer Karte verholfen hat. Seine Standortbeschreibung: Wir stehen an der Becks-Bude. Ja ne, ist klar, weil es hier ja sicherlich auch nur eine Becks-Bude geben wird... Aber Gió hatte tatsächlich Glück und auf dem weiteren Weg die Rennstrecke entlang trafen wir auf ihn. Nach kurzem Small Talk ging es weiter in Richtung Bühne. Es wurden immer mehr Menschen um uns herum und mir wurde klar, dass solche Menschenmengen nicht zur gleichen Zeit auf so engem Raum zusammen sein sollten. Aber da wir jetzt hier waren, wollten wir auch einigermaßen anständige Plätze, also rein ins Getümmel. Gió wollte gerne erste Reihe stehen, aber dahin war natürlich kein Durchkommen mehr. Dafür hätten wir sicher schon morgens ankommen müssen. Wir positionierten uns also mittig vor den Bier- und Fressbuden, hatten so einen geraden Blick auf die sehr, sehr weit entfernte Bühne und auf mehrere Leinwände, welche Aufnahmen der Bühne zeigten.

Onkelz Hockenheimring 2014

Soulfly spielte bereits als wir ankamen und daher nahmen wir sie nur als Hintergrundbeschallung war. Nach einer kurzen Pause kamen Fred Durst und Co auf die Bühne und versuchten der Menge einzuheizen. Das gelang ihnen besser als Soulfly, aber man merkte der Masse an, dass sie ganz gespannt auf den Hauptact wartete. Nach zehn Liedern war auch für diese Jungs bereits Schluss und nun war es noch fast eine Stunde bis zum großen Comeback. Während der Umbaupause ließen sich diverse Mädels, die auf den Schultern ihrer Begleiter saßen, dazu veranlassen ihr T-Shirt zu lüften, später sogar zu zeigen was sich unter ihrem BH versteckt. Gió und ich kommentierten dieses Spektakel nur mit „Wir wollen die Onkelz sehen“ Zunge raus Um 20 Uhr war es dann endlich so weit. Ben Becker tauchte auf der Bühne auf heizte dem Publikum mit seinem gebetsartigen Text, gespickt mit Zitaten aus Songtexten der Onkelz, weiter ein. Nach einem Intro von „28“ der Frankfurter Philharmonie klangen die ersten Töne des Songs „Hier sind die Onkelz“ und die vier Legenden gaben sich auf der Bühne die Ehre. Der große Nachteil der heutigen Zeit: Man bekam anfangs nur Handys zu sehen, die zur Videoaufnahme in die Luft gestreckt wurden, was sich erst nach den ersten paar Liedern und viel Gemecker wieder gab. Es wurden in den folgenden drei Stunden 29 Songs zum Besten gegeben. Wie ich von Stefan und Tobias erfuhr, waren wohl einige Titel dabei, die bisher noch gar nicht oder nur selten live zu erleben waren. Die Songauswahl war eher melancholisch angehaucht, das passte jedoch zu den Ansagen von Herrn Weidner, die sich vor allem auf Kevins Entzug und das erneute Zusammenwachsen der Bandmitglieder bezogen. Speziell sind hier die Songs "Hast Du Sehnsucht nach der Nadel", "Der Himmel kann warten" und "Kinder dieser Zeit" zu nennen. Auch ein zweiter Special Guest kam beim Lied "Koma" auf die Bühne: Moses Pelham rappte eine Zeile live on Stage. Die Bühne war einfach der Hammer, vier große Leinwandtürme zeigten entweder die Bandmitglieder in Großaufnahme oder thematisch zu den Songtexten passende Bilder. Bei mir wurden vor allem die ersten Lieder von minutenlangen Gänsehautattacken begleitet, endlich wurde der Traum wahr und es war besser, als ich es mir je hätte vorstellen können. Auch wenn es in kleinerem Kreis sicher noch besser gewesen wäre, denn bei 100.000 Zuschauern fühlte man sich doch ein wenig verloren. Während das Orchester Panamerica zum Besten gab, wechselten die Jungs auf die kleinere Bühne inmitten der Menschenmasse um dort "Wieder mal ‚nen Tag verschenkt", "Ich bin in Dir", "Bin ich nur glücklich, wenn es schmerzt" und "Nicht ist für immer da" vorzutragen und anschließend wieder zurück auf die Hauptbühne zu kehren. Es folgten noch vier weitere Songs bevor die Jungs die Bühne verließen. Natürlich war allen klar, dass kein Onkelz-Konzert ohne "Mexiko" zu Ende gehen kann und die Jungs wiederkommen, aber Zugabe-Rufe blieben dennoch aus. Dafür wurde Mexiko in jeder Ecke der Menschenmasse angestimmt. Da das Konzert aufgrund von Vorgaben des Betreibers um 23 Uhr enden musste, kamen Stephan, Kevin, Gonzo und Pe trotz fehlender Zugabe-Rufe erneut auf die Bühne um mit "Feuer", "Mexiko", "Kirche", "Auf gute Freunde" und "Nichts ist für die Ewigkeit" das Konzert abzurunden. Bei "Mexiko" wurde erstmals der gesamte Innenraum zur Pogo-Zone. Wie alle anderen Songs klang es live einfach noch tausendmal geiler als auf CD. Und ein unbeschreibliches Gefühl die Songs aus hunderttausend Kehlen zu vernehmen!

Um 23 Uhr kam ein letztes Mal das Orchester zum Einsatz und spielte "Baja" während sich die Menschenmassen langsam Richtung Ausgang bewegten. Eine Stunde später hatten wir endlich den Hockenheimring hinter uns gelassen und nun standen nur noch 4km zwischen dem Auto und uns. Gió hatte schon beim Verlassen des Rings Probleme mit ihren Füßen, haben wir ihr doch gleich gesagt, dass hohe Pumps nicht die beste Schuhwahl für ein Rock-Konzert sei. So ging es nur im Schneckentempo weiter und irgendwann beschlossen Tobias und ich schonmal das Auto zu holen und die beiden später einzusammeln. Das Auto zu finden war dank gespeicherter GPRS-Daten und Google Maps nicht so schwer wie befürchtet, jedoch traf das Erwartete ein: Polizeisperren ließen uns nicht zu Gió durch. Auf die Frage, wie wir denn sonst zu ihrem Standort kommen würden, hieß es nur, man käme selber nicht von hier und habe keine Ahnung. Der nächste Cop ließ uns die Sperre dann doch passieren, aber an der nächsten Brücke war Schluss und kein Reden half mehr. Wir hatten also zwei Möglichkeiten: Auf die Autobahn zu fahren oder umzudrehen und das, obwohl wir keine 500m mehr von Gió entfernt waren. Aber das Auto abzustellen stand bei den Kollegen nicht zur Diskussion. So fuhren wir wieder zurück und glücklicherweise war die erste Polizeisperre bereits abgebaut. Mit ein wenig Verzug wegen stockendem Verkehr sammelten wir unsere restliche Reisegruppe ein und um 2:15 Uhr erreichten wir endlich die Autobahn. Gió konnte mit dem Fuß kein Auto mehr fahren, aber Tobias brachte uns schnell und sicher gen Heimat. Um 6:30 Uhr hatten wir endlich wieder Braunschweiger Boden unter den Füßen und ich fiel kurze Zeit später völlig kaputt, aber glückselig ins Bett.

Share
 

Kommentar hinzufügen

Ihr Name:
Titel:
Kommentar:
  Sicherheitscode zur Prüfung. Nur Kleinschreibung. Keine Leerzeichen.
Sicherheitscode-Prüfung: