William Hill World Darts Championship 28.12.2014 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Andere Sportarten
Geschrieben von: Sonja D.   

William Hill World Darts Championship
Alexandra Palace
Zuschauer: 2.500 (ausverkauft)

Die tolle Stimmung Anfang des Jahres in Hildesheim verleitete Micha dazu, mich damit zu beauftragen ein Wochenende in London zwischen Weihnachten und Neujahr zu planen. Also verfolgte ich zunächst den Vorverkaufsbeginn für die Darts WM. Dieser wurde erst verschoben, doch als der Tag endlich gekommen war, ging ich pünktlich online und es passierte – absolut nix! Verdammte Zeitverschiebung! Also eine Stunde später dann Tickets für die Abendsession am 28.12. geordert. Nach und nach haben wir dann Anreise, Hotel, Fußballtickets etc. bestellt. Einige Tage vor Abflug standen dann die Aufeinandertreffen fest: Der mir unbekannte Darren Webster gegen den ebenfalls unbekannten Dean Winstanley starteten die Session. Dann durfte ich zum ersten Mal the Power Phil Taylor gegen Mark Webster live auf der Bühne erleben. Den Abschluss machte sein Schützling Adrian Lewis gegen den mir bisher unbekannten Keegan Brown, der von dem leider bereits ausgeschiedenen Whitlock unterstützt wird.

Wie im letzten Bericht zu lesen, begannen wir den Tag mit dem Derby zwischen West Ham United und Arsenal London. Nach Abpfiff begaben wir uns schnurstracks auf die Green Street, in der Hoffnung die U-Bahn-Station zügig zu erreichen. Kurz vor der Station erkannten wir die ersten Bobbys an diesem Tag, die aber scheinbar nur zur Regelung des Verkehrs vor Ort waren.  Vorhergegangene Pöbeleien und Provokationen zwischen Arsenal und West Ham-Anhängern wurden ohne polizeiliches Einschreiten und trotzdem ohne Mord und Totschlag verbal ausgefochten. Wir waren nur noch einen Katzensprung von der Station entfernt, doch zwischen uns Absperrgitter und Poilzei. Also entlang der Gitter das Ende der Schlange versucht zu finden, doch weit und breit kein Ende in Sicht. Langsam sahen wir unseren Zeitpuffer von 1 Stunde und 45 Minuten schwinden. Am Ende der Straße machte die Schlange eine Kurve, rechts neben uns sahen wir die Leute in Richtung U-Bahn gehen, aber vor uns bewegte sich absolut nix. Nach einiger Wartezeit schlossen wir uns den beiden Typen vor uns an und machten einen großen Bogen, um endlich zum Ende der Schlange zu kommen.  Um uns herum viele Auswärtige, Deutsche, Schweizer, Holländer konnten wir neben uns ausmachen. Von nun an ging es langsam aber stetig voran und uns dämmerte es, warum uns nach Abpfiff so viele Menschen in die vermeintlich falsche Richtung entgegenkamen. Umso näher wie der Station kamen, desto zügiger bewegte sich die Maße fort und als wir an der Station ankamen stand auch direkt eine U-Bahn bereit. Einmal mussten wir noch umsteigen bis wir dann Wood Green erreichten. Von hier aus hatte Google einen kurzen Trip zu Fuß empfohlen, daher liefen wir nach kurzer Überlegung an den Bussen vorbei. Es war jedoch etwas weiter als geahnt und das letzte Teilstück ging stetig bergauf. Mit schmerzenden Füßen und hungrigen Bäuchen wurden wir dann jedoch mit einem atemberaubenden Ausblick auf London bei Nacht belohnt. Erst waren wir uns nicht sicher, wo die Abendkasse zu finden sei, denn die Post hatte die Tickets ja scheinbar verschlampt. Nach der Personen- und Taschenkontrolle konnten wir jedoch die auf den Namen „Dupe“ ausgestellten Tickets in Empfang nehmen. Schnell zwei Pints besorgt und rein in den Saal, punktgenau zum Einlauf der ersten beiden Kontrahenten. Unsere Tickets waren ganz gut gewählt, ziemlich nah dran an der Bühne, nur eine Reihe vor uns und freie Sicht auf die Bildschirme.

Bühne Darts WM 2014

Das erste Spiel ging über die volle Distanz und bot zum Auftakt direkt gute Stimmung. Die ersten beiden Sets konnte Winstanley mit jeweils 3:1 für sich gewinnen. Im folgenden Set führte Winstanley anfangs noch mit 2:0, doch dann gewann Webster die drei folgenden Legs zum Setsieg und auch die zwei folgenden Sets mit je 3:2 und übernahm die Führung. Das konnte sein Gegner nicht auf sich sitzen lassen und holte sich das sechste Set, wieder ganz klar mit 3:1, es kam also zum entscheidenden Set. Dieses und somit den Gesamtsieg konnte dann wiederum Winstanley mit 4:2 in den Legs für sich gewinnen. Beide warfen einen ähnlichen Schnitt um die 93, der Sieger  hatte aber eine um 15% bessere Checkoutquote. Die Stimmung war echt klasse, immer wieder wurde „Stand up, if you love the Darts“ oder „Hey Baby“ angestimmt. Auch Sticheleien zwischen den Leuten an den Tischen und auf der Tribüne durften nicht fehlen: „Boring, boring tables“ Cool

Phil Taylor bekam das obligatorische „Taylor Wonderland“ zu hören (auch wenn Micha daraus das „Bauer Wonderland“ machte) und machte es leider überhaupt nicht spannend als er seinen Gegner mit 4:0 aus dem Rennen schickte. Vor vier Jahren hatte Mark Webster den mehrfachen Meister noch nach Hause geschickt, heute hatte er jedoch nicht den Hauch einer Chance. Das führte dazu, dass die Zuschauer eher gelangweilt waren und weniger lautstark am Spielgeschehen teilnahmen. Taylors Schnitt lag bei fast 102 und damit um 9 Punkte höher als die des Gegners, bei ebenfalls besserer Checkoutquote.

Nach einer weiteren Pause betraten Adrian Lewis und sein heutiger Gegner , der amtierende Jugendchampion, die Bühne. Ein junger Spieler mit viel Potenzial der das erste Set für sich gewinnen konnte.

Nach dem Ausgleich durch Lewis gewann er direkt das nächste Set. Die folgenden drei Sets gewann dann Lewis, jedoch alle mit 3:2. Sicher war der Sieg des 2-fachen Weltmeisters lange Zeit nicht, er musste sich gegen den jungen Nachwuchsspieler ganz schön behaupten. Viele Zuschauer verließen die Veranstaltung vorzeitig, wodurch wir ins Grübeln kamen. Vielleicht hätten wir uns vorher besser informieren sollen, wann die letzten  Bahnen fahren, aber eher gehen war keine Option. Wenn man schonmal hier ist wollten wir das Spektakel auch bis zum Schluss verfolgen. Lewis machte es jedoch weiterhin spannend. Brown startete stark in das letzte Set, Lewis verpasste sogar drei Matchdarts im letzten Leg doch schaffte es anschließend 122 auszuchecken und damit das Erreichen der nächsten Runde abzusichern. Wir verließen zügig den Austragungsort und hechteten zur Bushaltestelle. Der dort stehende Bus machte jedoch genau vor uns die Türen zu und so beschlossen wir den Rückweg zu Fuß auf uns zu nehmen. Man wusste ja nicht, wann der nächste Bus eintreffen sollte. Es ging diesmal zwar bergab, aber das zuvor zugeführte Bier machte den Weg nicht einfacher. Dann endlich an der U-Bahn-Station angekommen wurden die Personen vor uns weggeschickt und machten die Sicht auf das aufgebaute Schild frei, welches besagte dass die letzte U-Bahn bereits abgefahren sei und wir die Bushaltestelle aufsuchen sollten. Wir waren gerade noch dabei uns durch die Fahrpläne zu lesen ob wir irgendwelche Haltestellen wiedererkennen, da fuhr der Bus mit der 67 vor. Micha erkannte dies sofort und wir stiegen ein, das Ziel sollte nämlich Aldgate sein, ein Busbahnhof nur wenige Meter entfernt von unserem Hotel. Wir nahmen die vordersten Plätze im oberen Abteil und genossen die halbe Stunde Fahrzeit bis zur Endstation und bepöbelten die ganzen vermeintlichen „Geisterfahrer“ auf den Straßen Zwinkernd Den Folgetag nutzten wir zum Ausschlafen und für ein wenig Sightseeing bevor abends der Flieger zurück nach Deutschland ging. Sicher nicht der letzte Besuch in London!

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