Hallescher FC - Eintracht Braunschweig 0:1 (0:0) 08.08.2015 PDF Drucken E-Mail
Berichte - Saison 15/16
Geschrieben von: Sonja D.   

DfB-Pokal, 1. Runde
Stadion: Erdgas-Sportpark
Zuschauer: 9549

Neue Saison, neues Glück. Nachdem der Saisonauftakt zu Hause gegen Sandhausen völlig missglückt war, man aber wiederum einen Punkt aus Kaiserslautern mitnehmen konnte, ging es mit gemischten Gefühlen nach Halle. Der Auftritt im vergangenen Jahr beim Bremer SV sorgte zudem für ein mulmiges Gefühl. Die Anreise planten wir mit Wochenendticket obwohl die Bahn die Preise ganz schön angezogen hat und man sich nun beim Kauf entscheiden muss, wie viele Leute dabei sein werden. Wir trafen uns mit Jasmin und Carsten und holten ein Ticket für vier Personen. Die kürzere Fahrt ging mit dem Erixx über Vienenburg, doch es wurden bereits im Vorfeld Warnungen ausgesprochen, das aufgrund von Krankheit des Personals keine weiteren Waggons angeboten und nicht mehr 300 Personen mitgenommen werden können.

Selbst auf Bahn.de war die Fahrt mit einem Ausrufezeichen versehen – „Achtung Fußballfans – bitte eine andere Fahrt wählen“ oder so ähnlich. Also waren wir sehr früh am Bahnhof, um kurzfristig die Alternativstrecke über Magdeburg wählen zu können. Der befürchtete Ansturm blieb allerdings aus, Cattiva hatte ja dazu aufgerufen eine frühere Fahrt zu nehmen und so hatten wir ausreichend Platz. Auch wenn wir uns dabei nicht der unerträglichen Ballermann-Mucke des Suff-Trupps entziehen konnten, der ebenfalls an Bord war. „Hackevoll durch die Nacht“ macht das Original auch nicht besser. Von Vienenburg ging es weiter mit dem Harz-Elbe-Express, endlich durfte das Wolters fließen. Oder auch das Becks, was manch einer aufgrund der Temperatur dem Kauf von Wolters vorgezogen hat… Hier erkannten wir, dass das Alkoholverbot im Erixx nicht ganz verkehrt war, denn wäre hier schon mehr Alkohol geflossen, hätte das bei der Fahrweise gefährlich werden könne. Oder vielleicht auch genau anders herum, man weiß es nicht. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen kamen wir jedenfalls in Halle an und konnten uns von dem Suff-Trupp und dem Polizei-Kessel absetzen. Das ermöglichte uns den Erwerb von weiteren Gerstensäften, dem Gang zur Toilette und uns dem Vieh-Transport im Shuttle-Bus zu entziehen. Stattdessen kauften wir ein Ticket für die Öffis in Halle und fuhren gemütlich mit der Bahn zum Stadion. Das wir uns damit komplett den Planungen der Polizei widersetzten, wurde uns erst so richtig klar, als wir an die erste Straßensperrung kamen und fragten, ob wir denn durchgelassen werden könnten, um zum Gästeblock zu gelangen. Der Polizist öffnete die Sperrung für uns und war erstaunlich freundlich. Als Jasmin bemerkte, wie schlank doch sein Polizeihund wäre, kontere er „Allerdings, nehmt euch mal ein Beispiel daran“ ;-) Carsten, der sich noch mit Bauer treffen wollte, um eine Karte loszuwerden, erfuhr von ihm, dass er gerade die erste Sicherheitskontrolle passiert. Dieser sind wir durch unseren Umweg entgangen, kamen nämlich von der anderen Seite auf den Gästeeingang zu.

Das Spiel bedarf nicht allzu vieler Worte. Eintracht hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, aber konnte sich am Ende für die zweite Runde qualifizieren. Bereits in der Anfangsphase zeigten die Hallenser, dass sie sich aufgrund der Ligazugehörigkeit noch nicht geschlagen geben und kämpfen werden. Schließlich hatten sie als Underdog nichts zu verlieren. Der Freistoß von Engelhardt in der 23. Minute war sicherlich die beste Chance der ersten Halbzeit, ging jedoch knapp am Tor vorbei. Dank der starken Leistung von Gikiwiecz ging es mit einem 0:0 in die Pause. Die zweite Hälfte wurde dann durchaus spannender, Chancen auf beiden Seiten, Fehler beim Abschluss bei den Gastgebern, eine sackstarke Leistung unseres Keepers. Dann, in der 67. Minute, besser hätte es in keinem Drehbuch stehen können, der Treffer von eingewechselten Zuck. 10 Minuten später eine weitere großartige Chance für die Löwen, Berggreen trifft aber leider nur den Pfosten bevor nach einer letzten Glanzparade von Gikiwiecz der Schlusspfiff ertönt.

Zurück wollten wir den gleichen Weg wie auf dem Hinweg nutzen, hier war jedoch kein Durchlass. Also zur Sammelstation gegangen, wo die Zugfahrer für den gemeinsamen Marsch gesammelt wurden. Dort vorgegeben, dass wir mit Auto angereist wären und wir hatten wieder freien Lauf. So ganz ungefährlich erschien uns die Situation dann doch nicht, weswegen Carsten sein Shirt falsch herum anzog und Jasmin das Logo mit ihrer Jacke abdeckte. Aber auf unserem Weg verlief alles ruhig, die Polizei hat sich nicht weiter für uns interessiert und an gefährlichen Hallensern kamen wir auch nicht vorbei. Vor dem Bahnhof eine Station eher ausgestiegen, um uns im Internet-Café mit Bier zu versorgen, weswegen wir leider den ersten Zug gen BS verpassten. Am Bahnhof noch Fabi getroffen, begaben wir uns nach kurzer Futteraufnahme direkt zum Gleis, wo schon der Zug bereit stand. Abfahrt sollte 45 Minuten später sein. Ca. 40 Minuten später traf dann das „Fußvolk“ mit Polizeibegleitung ein. Und da noch nicht alle am Gleis waren wurden Türen aufgehalten. Eine gefühlte Ewigkeit später setzte sich der Zug endlich in Bewegung – um dann plötzlich und abrupt anzuhalten. Notbremse! Also hieß es weiterhin warten, die Umsteigezeit in Magdeburg wurde immer geringer bis es fast unmöglich schien den Anschlusszug zu erreichen. Als wir uns dann endlich wieder in Bewegung setzen konnten, verlief die Fahrt zunächst ohne besondere Vorkommnisse. Wir hatten im Gegensatz zu vielen anderen immerhin einen Sitzplatz und Bier und konnten uns so über den Sieg freuen. Bis wir am Bahnhof Calbe ungewöhnlich lange Aufenthalt hatten und durchgesagt wurde, dass eine Weiterfahrt aufgrund eines Triebwerkschadens nicht möglich sei Brüllend Eine Vielzahl von Personen, die bei diesen Temperaturen dringend Flüssigkeit benötigten, machte sich sofort auf die Suche nach einer Tankstelle oder einem Kiosk. Korrekt, mitten in der Einöde von Calbe. Dies war so aussichtslos, wie man sich denken kann und als der nächste Zug in Richtung Magdeburg eintraf, waren bei weitem noch nicht alle Personen zurück. Weswegen das Spielchen mit dem Aufhalten der Türen von vorne begann. Mittlerweile wurde die Zugbegleiterin zornig und statt der nett-freundlichen Ansage, dass die Fußballfans doch bitte die Türen freigeben sollen motzte sie nun los und forderte die Fußballfans auf unverzüglich die Türen freizugeben, wofür sie mit Applaus belohnt wurde. Wurde auch endlich mal Zeit, dass sie ernsthaft versucht hat sich durchzusetzen. Die deutsche Bahn hatte wohl Bedenken, dass ein Umstieg in Magedeburg zu weiteren Verzögerungen führen könnte und wollte die Fußballfans dort nicht haben, daher fuhr unser Zug jetzt direkt weiter nach BS. Auch wenn dies bei einigen Braunschweigern zu Unmut geführt hatte, weil sie persönliche Gegenstände in MD eingeschlossen hätten. Warum man dies tun sollte, erklärt sich mir noch immer nicht!? Jedenfalls kamen wir dann mit knapp einer Stunde Verspätung in der Heimat an und mussten nicht auf die Hotelangebote für Campe zurückgreifen, die wir freundlicherweise über die Elche-Gruppe erhielten. So viel zum „kurzen“ Trip nach Halle, was ja gleich um die Ecke ist, damit man schnell wieder in heimischen Gefilden sein kann…

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